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Die Polizei hat den Tatort abgesperrt. In diesem Haus in Pfaffenhofen lag der 31-Jährige - erschossen.

Mysteriöser Mord: Warum musste Werner F. sterben?

Pfaffenhofen - Der 31-jährige Werner F. ist in Pfaffenhofen an der Ilm erschossen im Einfamilienhaus seiner Eltern aufgefunden worden. Warum musste er sterben?

Bevor sie mit ihrer Arbeit anfingen, hatte sich zwischen Werner F. (31) und seinem Kollegen Dirk H. (44), mit dem er zusammen Küchen montierte, ein einfaches Ritual eingespielt. Erst mal zusammen noch einen richtig heißen Kaffee trinken, dann erst fahren wir los?… Werner, der seit dem Schlaganfall des Vaters alleine im Haus in Weihern (Stadt Pfaffenhofen) wohnte, hatte deswegen wohl seinem Kollegen auch einen Schlüssel übergeben. Um 7.21 Uhr machte dieser am Montag die Tür auf und freute sich auf seine Tasse Kaffee. Doch er fand Werner am Boden liegend im ersten Stock: Tot, erschossen! Mehrere Treffer wurden gezählt!

Bilder vom Tatort:

Bilder vom Tatort in Pfaffenhofen

Noch im Laufe des Montags wurden in München zwei Personen im Zusammenhang mit dem Mord festgenommen. Bei der 27-jährigen Frau soll es sich um eine neue Freundin des Opfers handeln, bei dem Festgenommenen um deren Ehemann (32). Grund: Es wurden wohl Anhaltspunkte gefunden, „dass es einen unmittelbaren Kontakt zum Opfer gab“, so das Polizeipräsidium Oberbayern Nord.

Doch was ist das Motiv für die Bluttat? Werner F. – das Opfer – lebte zusammen mit seinem Vater sehr zurückgezogen. Das Haus, das sich der Vater vor Jahrzehnten für seine drei Kinder und die Frau vom Mund abgespart hatte, verfiel zusehends: Sechs ramponierte Gartenzwerge vor dem Parterrefenster, hingestellt, als wären sie vergessen worden, lassen jedenfalls auf bessere Zeiten schließen. Von einer Zeit, als sich die inzwischen verstorbene Mama noch um alles kümmern konnte. Doch seit ihrem Tod veränderte sich alles, nur noch wenig wurde am Haus ausgebessert, wenn überhaupt. Gerümpel blieb auf der Terrasse liegen. „Drinnen schaut es grad so aus, als hätt’ eine Bomben eingeschlagn“, ist zu hören.

Dabei war Sohn Werner, der eigentlich Automechaniker gelernt hatte, immer fleißig und immer am Arbeiten gewesen. Und einmal soll sogar das große, finanzielle Glück eingekehrt sein: Zu Zeiten der Internetaktien, also so um das Jahr 2000 herum, konnte die Familie noch ihre EM.TV-Beteiligungen zu Höchstpreisen abstoßen. Genau zu dieser Zeit legte sich Werner noch einen aufgemotzten BMW zu – für ihn wohl ein wichtiges Statussymbol. Gibt es dieses Vermögen aus dem Aktienverkauf noch? Zur etwa selben Zeit schien Werner F. auch privat sein Glück gefunden zu haben. Er heiratete eine kleine Familie. Doch seine Gattin verließ ihn wieder.

Markus Christiandl

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