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36. Bayernrätsel: Die achte Frage

Bei der achten und letzten Folge des 36. Bayernrätsels geht es um den Bastiongarten auf der Willibaldsburg in Eichstätt.

Der seit 1998 in seiner jetzigen Gestalt zu besichtigende 2000 Quadratmeter große Garten auf der Willibaldsburg in Eichstätt ist das hinsichtlich Anlage und Historie wohl ungewöhnlichste Gartenobjekt der Bayerischen Schlösserverwaltung. So haben sich von dem ursprünglichen Gartenkomplex des ausgehenden 16. Jahrhunderts keinerlei Spuren erhalten und es ist nicht bekannt, wie er im Detail ausgesehen hat. Umso bemerkenswerter ist das Ergebnis der Neuinterpretation der berühmten botanischen Anlage, die auf der Basis eines Kupferstichwerks erfolgte.

Erlebbare Gartengeschichte – der Bastionsgarten Eichstätt

Entstanden ist der unter dem Namen „Hortus Eystettensis“ bekannte historische Garten auf der Willibaldsburg unter Fürstbischof Johann Conrad von Gemmingen. Im Zuge des von ihm geplanten Umbaus der Burg zu einem repräsentativen Residenzschloss ließ er auch eine bereits bestehende Gartenanlage erweitern. Die Leitung der ab 1592 begonnenen Arbeiten lag zunächst in Händen des Arztes und Botanikers Joachim Camerarius. Nach dessen frühem Tod übernahm der Nürnberger Apotheker Basilius Besler die Aufgabe, den auf unterschiedlichen Geländeniveaus entstehenden Komplex zu vollenden. Welche große Bedeutung man diesem auch fürstliche Macht repräsentierenden Projekt beimaß, zeigt die Beschäftigung von acht Hofgärtnern, von denen jeder einem der acht einzelnen Gartenbereiche zugeteilt war. Neben einigen schon länger bekannten Pflanzen aus Europa und dem Mittelmeerraum besaß Fürstbischof von Gemmingen auch botanische Raritäten aus Asien, Amerika und Afrika.

Noch während der Ausführungsphase begann Basilius Besler, die im Eichstätter Garten zusammengetragenen Pflanzen zeichnen zu lassen. Diese Vorzeichnungen bildeten die Grundlage für das erstmals 1613 erschienene und nach dem „Hortus Eystentensis“ benannte monumentale Kupferstichwerk. Der botanische Prachtband enthält 367 großformatige Pflanzentafeln (56 x 47 cm) mit über 1000 Einzeldarstellungen, welche in jahreszeitlicher Ordnung die Blumen, Stauden und Gehölze des fürstbischöflichen Gartens zeigen.

Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt der Gartenkomplex schwere Verwüstun-gen. Eine völlige Zerstörung aber blieb ihm erspart und so wurde er ab der Mitte des 17. Jahrhunderts „überarbeitet“ und wieder gepflegt. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Anlage immer mehr zu einem reinen Nutzgarten, bis die Einsparung der letzten Gärtnerstelle 1795 den endgültigen Niedergang des einst so bedeutenden botanischen Gartens einläutete.

In den 1990er-Jahren entstand die Idee, die in der Kupferstichsammlung „Hortus Eys-tettensis“ abgebildeten und einst im Eichstätter Garten von Gemmingens angesiedelten Pflanzen wieder zusammenzutragen und den Besuchern der Willibaldsburg in einem neu angelegten Informationsgarten auf der Schmiedebastion zu präsentieren. 1998 wurde das Ergebnis unter dem Namen „Bastionsgarten“ eröffnet. Die Bepflanzung der mit alten Klinkerplatten des Ansbacher Schlossplatzes eingefassten Beete folgt der Aufteilung des Buches nach den jahreszeitlich bedingten Blütezeiten der Pflanzen: So zeigt das erste Beet Frühlingsgewächse und das letzte Winterblüher. Die Pflanzen selbst stammen zu großen Teilen aus dem Botanischen Garten München sowie von Pflanzenzüchtern und -liebhabern aus dem In- und Ausland.

Lesen Sie dazu auch:

Lebendige Gartendenkmäler – Kulturgenuss zum Nulltarif

Die 8. Frage

Seit 1355 residierten die Eichstätter Bischöfe auf der Willibaldsburg. Deren Umbau zur repräsentativen Residenz erfolgte unter Fürstbischof Johann Conrad von Gemmingen (reg. 1595–1612). Wie heißt der Architekt des „Gemmingenbaus“?

Lösung zu Frage 7

Die siebte Frage lautete: 

Die in den Jahren 1970/72 bzw. 1994 aufwändig instandgesetzten Wasserspiele im Gartenparterre zählen zu den Highlights der Gartenanlage. Nach welchen Gottheiten sind diese Brunnenanlagen benannt?

Antwort: Die beeindruckenden Wasserspiele im Gasrenpraterre vor dem Neuen Schloss Ludwig II. auf Herrenchiemsee sind nach den Göttinnen Latona, Fama und Fortuna benannt.

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Sie haben drei verschiedene Möglichkeiten, beim Bayernrätsel mitzumachen.

Mitspielen auf dem Postweg: Bitte schicken Sie die jeweiligen Antworten auf einer Postkarte an den

Münchner Merkur

„Bayern-Rätsel“

81007 München

Mitspielen per Online-Formular: Sie können hier unten auf der Seite direkt das Gewinnspiel-Formular ausfüllen *

Mitspielen per sms: Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro)

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen1

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder.  Hier geht's zum Grußwort.

Lösung

Die Lösungen werden jeweils in der Folgewoche in der Zeitung und auf Merkur.de veröffentlicht.

Die Abstimmung ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

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