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36. Bayernrätsel: Die zweite Frage

Bei der zweiten Folge des 36. Bayernrätsels geht es um die grüne Oase der Landeshauptstadt München, den Englischen Garten.

Waren die Bürger aus dem für die bayerischen Kurfürsten und ihr Gefolge angelegten Hofgarten in München lange Zeit ausgeschlossen, so wurde der Englische Garten von vornherein explizit als Volksgarten angelegt – und war in seiner Ausprägung der erste seiner Art auf dem Kontinent.

Grünflächen für das Volk – der Englische Garten

Die Idee, eine Grünanlage zu schaffen, die „nicht bloß einem Stande, sondern dem ganzen Volke zugute kommt“, stammt von Sir Benjamin Thompson, dem späteren Reichsgrafen von Rumford. Er war 1784 von Kurfürst Karl Theodor an den bayerischen Hof berufen worden und hatte fünf Jahre später zunächst den Auftrag zur Anlage von Militärgärten erhalten. In diesen sollten sich die Soldaten in Friedenszeiten landwirt-schaftlich betätigen. Zugleich konnte so die schwierige Ernährungslage verbessert werden. Auch waren dort öffentliche Spazierwege für Militär und Bürger vorgesehen. Noch im selben Jahr, 1789, entwickelte man ein umfassendes Bauprogramm, das ne-ben den Militärgärten (auf der heutigen Schönfeldwiese) u.a. auch die Anlage eines großen Volksparks, einer Tierarzneischule, einer Baumschule und einer Schäferei auf dem Gelände des Hirschangers vorsah. Bereits im August dieses Jahres war der Sch-wetzinger Hofgärtner Friedrich Ludwig von Sckell beauftragt worden, das bis dahin herrschaftliche Jagdgebiet in den Isarauen im Hinblick auf die künftige Gartenanlage zu inspizieren und erste Arbeiten an einem Landschaftsgarten im englischen Stil zu planen.

Der Schwabinger Bach im Englischen Garten: Bald können sich Jung und Alt hier wieder erholen und erfrischen.

Bevor Sckell jedoch unter der Oberaufsicht Rumfords mit der Anlage von Wegen, Bächen, Brücken und ersten Pflanzungen beginnen konnte, musste das im Überschwemmungsbereich der Isar liegende Gebiet durch den Bau eines Hochwasserdamms künf-tig geschützt werden. Kaum war dieser 1790 unter der Leitung von Adrian von Riedl fertiggestellt, war es jedoch soweit. Man errichtete auch sogleich erste Parkarchitektu-ren, wie den Chinesischen Turm, eine Chinesische Wirtschaft und einen als Kasino geplanten „Militärsaal“, das sogenannte Rumfordhaus. Eines der bekanntesten Wahr-zeichen des Englischen Gartens, der Monopteros Leo von Klenzes, entstand erst 1837.

1792 schließlich wurde der Englische Garten – zunächst noch als „Theodors-Park“ bekannt – für die Öffentlichkeit freigegeben. In den folgenden Jahren kamen auch erste Denkmäler zur Aufstellung, darunter jenes von Franz Schwanthaler d. Ä. zu Ehren Graf von Rumfords (1795/96). Von diesem übernahm Reinhard Freiherr von Werneck 1799 die Leitung des Englischen Gartens. Er löste die Militärgärten auf, schlug der beste-henden Parkanlage nochmals rund 100 ha Fläche im Norden zu („Hirschau“) und legte den Kleinhesseloher See an.

1804 übersiedelte Friedrich Ludwig von Sckell von Schwetzingen nach München, um als Hofgartenintendant die Geschicke des gesamten bayerischen Hofgartenwesens und somit auch des Englischen Gartens zu leiten. Noch im selben Jahr erstellte er einen Bestandsplan und legte diesen 1807 dem damaligen König Max I. Joseph im Rahmen einer Denkschrift zusammen mit einem Umgestaltungsplan vor. Dieses meis-terhafte Gestaltungskonzept mit großzügigen Gartenräumen und abwechslungsrei-cher Bepflanzung ließ die Anlage zu einem der herausragenden Gartenkunstwerke des 19. Jahrhunderts werden.

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Die 2. Frage:

Nach welcher antiken Gottheit war der 1789/90 errichtete hölzerne Tempel benannt, der 1838 einer nach Plänen von Leo von Klenze erbauten steinernen Sitzgelegenheit in Form einer halbrunden Exedra weichen musste?

Die Lösung zu Frage 1

Die erste Frage lautete: Der sogenannte Dianatempel wird von der Figur der mit zahlreichen Attributen, wie z.B. Hirschfell, Salzfass oder Ährenkranz, versehenen „Tellus Bavarica“ bekrönt. Welche Reichtümer Bayerns verkörpern diese Attribute?

Antwort: Die Attribute der vor 1589 von Hubert Gerhard geschaffenen „Tellus Bavarica“ stehen für den Reichtum Bayerns an Getreide, Wild, Wasser und Salz.

So wird's gemacht

Unser Bayern-Rätsel erscheint acht Wochen lang jeden Samstag. Die Antworten müssen jeweils bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Datum des Poststempels entscheidet) eingegangen sein. Wer bei allen acht Fragen mitmacht, hat acht Gewinnchancen.

Sie haben drei verschiedene Möglichkeiten, beim Bayernrätsel mitzumachen.

Mitspielen auf dem Postweg: Bitte schicken Sie die jeweiligen Antworten auf einer Postkarte an den

Münchner Merkur

„Bayern-Rätsel“

81007 München

Mitspielen per Online-Formular: Sie können hier unten auf der Seite direkt das Gewinnspiel-Formular ausfüllen

Mitspielen per sms: Wer per SMS mitmachen möchte: Schicken Sie eine SMS mit dem Text mm raetsel, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die Nummer 52020 (0,50 Euro/SMS inkl. VFD2-Anteil 0,12 Euro)

Die Teilnahmefrist für die zweite Frage des Bayernrätsels 2017 ist bereits abgelaufen. Hier können Sie bei der aktuellen Frage des Bayernrätsels mitspielen.

Mitmachen kann jeder – ausgenommen die Mitarbeiter des Münchner Zeitungsverlag, des Zeitungsverlags Oberbayern, des bayerischen Finanzministeriums und der Schlösserverwaltung.

Es gibt viele tolle Preise zu gewinnen

Schirmherr ist Heimatminister Markus Söder. Hier geht's zum Grußwort.

Lösung

Die Lösungen werden jeweils in der Folgewoche in der Zeitung und auf Merkur.de veröffentlicht.

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