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50 Jahre Aktenzeichen XY... ungelöst

50 Jahre „Aktenzeichen XY... ungelöst“

Diese bayerischen Mordfälle sind bis heute ungelöst

Viele Fälle, die in „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gezeigt wurden, wurden auch aufgeklärt. Diese fünf spektakulären Morde aus Bayern wurden bis jetzt nicht aufgeklärt.

Der Mordfall Michaela Eisch

Anfang Juli 2011 forderte die Münchner Polizei insgesamt 1750 Männer zu einem Speicheltest auf – es war die erste DNA-Reihenuntersuchung überhaupt in der Landeshauptstadt. Die Ermittler wollten 26 Jahre nach dem Mord an der achtjährigen Michaela Eisch endlich den Täter überführen. Das Kind sollte am 17. Mai 1985 seine Mutter von der Arbeit abholen, durfte erstmals alleine mit der U-Bahn fahren, vom Michaelibad zum Hauptbahnhof. Doch das Mädchen kam nie bei der Mutter an. Die Achtjährige wurde missbraucht und erdrosselt, vier Wochen später fand man ihre Leiche an einem Bahndamm unweit der Braunauer Isar-Eisenbahnbrücke. Der Fall wurde mehrmals in der Sendung behandelt, unter anderem in der Ausgabe vom 25. September 2013, in der zwei Phantombilder eines Mannes gezeigt wurden, mit dem Michaela damals von zwei Zeuginnen gesehen worden war. Doch bis heute gibt es keine heiße Spur.

Michaela Eisch (1976–1985)

Der Mordfall Peggy Knobloch

Am 7. Mai 2001 verschwand die damals neunjährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg im Landkreis Hof. Ihre sterblichen Überreste wurden erst 15 Jahre später, am 2. Juli 2016, in einem Waldstück in Thüringen entdeckt, rund zwölf Kilometer Luftlinie von Lichtenberg entfernt. Vermutlich starb Peggy noch im Jahr 2001. Der geistig behinderte Ulvi K. wurde nach Peggys Verschwinden verhaftet und wegen Mordes angeklagt. Das aufsehenerregende Verfahren endete am 30. April 2004 am Landgericht Hof mit einem Schuldspruch und einer lebenslangen Haftstrafe. Außergewöhnlich daran war, dass die Verurteilung allein aufgrund eines Geständnisses von K. erfolgte, das dieser jedoch widerrufen hatte. Eine Leiche oder sonstige Beweise für den ihm vorgeworfenen Mord gab es damals nicht. Am 9. Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an, am 14. Mai 2014 wurde K. freigesprochen. Nach dem Auffinden der Leiche war der Fall Peggy am 13. Juli 2016 zuletzt Thema in „Aktenzeichen“, ohne Erfolg.

Peggy Knobloch (1992–2001)

Der Mordfall Luise Zimmermann

Am 7. Juni 2009 brach die 73-jährige Münchnerin Luise Zimmermann zu einer Wanderung nach Aying im Kreis München auf. Zuletzt wurde die Rentnerin an einem Rastplatz im Egmatinger Forst gesehen, danach muss sie ihrem Mörder begegnet sein. Ihre unbekleidete Leiche wurde zwei Wochen später im Wald gefunden, offenbar mit Benzin übergossen und verbrannt. Die Kripo stellte Parallelen zu dem Fall einer 67-jährigen Münchnerin fest. Diese war 2006 zu einer Wanderung aufgebrochen und am Brauneck bei Lenggries (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) überfallen worden. Der Täter missbrauchte die Frau, fesselte sie an einen Baum und ließ sie halbnackt in der Kälte zurück. Ein zufällig vorbeikommender Jäger rettete sie. Beide Fälle blieben bis heute ungeklärt.

Luise Zimmermann (1936-2009)

Der Mordfall Maria Baumer

Von der 26-jährigen Maria Baumer aus Regensburg fehlte seit dem 26. Mai 2012 jede Spur. In ganz Europa wurde nach ihr gesucht, nachdem zunächst vermutet worden war, die junge Frau, seit wenigen Tagen Landesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), könnte auf dem Jakobsweg unterwegs sein. Am 8. September 2013 fanden Pilzsammler jedoch die skelettierte Leiche Baumers in einem Wald bei Donaustauf. Bereits am 12. September 2013 wurde der damalige Verlobte Marias, Christian F., unter dringendem Tatverdacht festgenommen, am 6. November 2013 jedoch wieder aus der Haft entlassen. Fünf Monate nach Baumers Verschwinden, am 28. Oktober 2012, war der 28-Jährige in einem Einspieler der ZDF-Reihe zu sehen gewesen, in dem er die Hoffnung äußerte, seine Maria bald wieder in die Arme schließen zu können. Ende vergangenen Jahres wurde F. unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs zweier Schüler des „Domspatzen“-Gymnasiums schuldig gesprochen. Bis heute bestreitet er, etwas mit dem Verschwinden und dem Tod Maria Baumers zu tun zu haben.

Maria Baumer (1986–2012)

Der Mordfall Domenico Lorusso

In der Sendung vom 3. August 2016 war der als „Isarmord“ bekannte Fall des Münchners Domenico Lorusso nachgespielt worden. Lorusso (31) holte am Nachmittag des 28. Mai 2013 seine Freundin, ebenfalls aus Italien stammend, in einem Café am Gärtnerplatz ab. Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad wurde die Verlobte auf dem Isarradweg zwischen Patentamt und Deutschem Museum plötzlich grundlos von einem Mann angespuckt. Er war etwa 1,80 Meter groß und trug einen dunklen Mantel sowie eine schwarze Umhängetasche. Als Lorusso den Spucker zur Rede stellen wollte, zog dieser ein Messer. Ein Stich traf den jungen Mann mitten ins Herz und verletzte ihn tödlich. Trotz etlicher Zeugen fehlt vom Täter bisher jede Spur. Der Fall Lorusso habe ihn in seiner Zeit als Moderator von „Aktenzeichen“ am meisten bewegt, so Rudi Cerne im Gespräch mit unserer Zeitung: „Jeder Mord ist einer zu viel. Aber dieser war besonders sinnlos. Da wurde von einer Sekunde auf die andere ein Leben ausgelöscht, wegen nichts.“

Domenico Lorusso (1981-2013 )

Lesen Sie auch: Den Mördern auf den Fersen: Hinter den Kulissen von „Aktenzeichen XY“ - die Kultsendung feiert 50. Jubiläum

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