Streik: 5000 Ärzte schließen ihre Praxen

München - Patienten in Bayern werden am Donnerstag und Freitag vor verschlossenen Türen stehen: Rund 5000 Hausärzte wollen aus Protest gegen die Sparpolitik von Gesundheitsminister Rösler ihre Praxen schließen.

Der Protest solle sich eindeutig nicht gegen die Patienten richten, betonte der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller, am Mittwoch in einer Mitteilung. “Wir kämpfen für das Überleben der hausärztlichen Strukturen in Bayern.“ Konkret richtet sich der Protest der Hausärzte gegen Röslers Plan, Sondervergütungen in dreistelliger Millionenhöhe für Hausarztverträge einzuschränken.

Viele Ärzte im Freistaat sehen deshalb sogar ihre Existenz bedroht. Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) stellte sich hinter die Kritik der Mediziner. “Ich habe großes Verständnis für die Unsicherheit der Hausärzte. Die Sorgen sind sehr berechtigt“, sagte Söder der Nachrichtenagentur dpa in München. Er kritisierte, im Bundesgesundheitsministerium werde an Plänen gearbeitet, die Hausärzte wieder schlechter zu stellen. “Wir sind Anwälte der Hausärzte“, versprach Söder. “Wir werden uns absolut dafür einsetzen, dass die bayerischen Hausärzte nicht schlechter gestellt werden.“

Die Landtags-FDP und Krankenkassen kritisierten die zweitägigen Praxisschließungen scharf. Die Patienten würden in Geiselhaft genommen, beklagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP- Fraktion, Otto Bertermann. Vorwürfe der Hausärzte an die Adresse der FDP wies er zurück. Es würden keine Honorare gekürzt, betonte Bertermann. “Lediglich die Zuwächse bei den Honoraren sollen in den kommenden Jahren der wirtschaftlichen Entwicklung der Krankenkassen angepasst werden.“ Der Verband der Ersatzkassen (vdek) warf den Hausärzten vor, fahrlässig und zutiefst unsozial zu handeln.

dpa

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