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Der 53-Jährige ist zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Prozessurteil

53-Jähriger muss für Totschlag von Ehefrau zwölf Jahre in Haft

Traunstein – Es hatte mit einem Streit über Geld und Alkoholkonsum begonnen. Ein 53-jähriger Mann aus Neumarkt-St. Veit (Kreis Mühldorf am Inn) geriet so in Rage, dass er im Juli vergangenen Jahres seine Frau würgte und ihr sein Knie auf den Hals drückte, bis sie tot war.

Danach verging er sich an ihr. Es habe ihm „den Schalter raus gehauen“, erklärte er vor dem Schwurgericht Traunstein. Am Freitag fiel das Urteil in dem Prozess: Der Mann muss für zwölf Jahre wegen Totschlags hinter Gitter.

Nachdem der Mann seine Ehefrau umgebracht hatte, legte er sie damals in den Kofferraum seines Autos. Am nächsten Tag bat er seine Tochter aus erster Ehe, ihn zur Polizei nach Mühldorf zu fahren. Die 26-Jährige erfuhr erst dort, dass ihre tote Stiefmutter im Kofferraum gelegen hatte.

Entscheidend für das Urteil war das toxische Gutachten eines Rechtsmediziners. Das Schwurgericht Traunstein versuchte zu klären, ob die Ehefrau vor ihrem Tod betäubt worden war. Darauf deuteten nicht nur die fehlenden Kampfspuren hin, sondern auch narkotisierende Substanzen, die in ihrem Körper nachgewiesen worden waren. Der 53-Jährige sagte aus, seiner bereits toten Frau Jahrzehnte alten Äther in den Mund geschüttet zu haben – warum, könne er nicht sagen. Ob das Opfer dabei noch bei Bewusstsein war, konnte der Rechtsmediziner nicht sagen. Die Menge des Mittel könnte aber seiner Aussage nach zum Tod geführt haben.

Der psychiatrische Gutachter schloss aus, dass es sich um eine Affekttat gehandelt hatte. Er bescheinigte dem Angeklagten narzistische und dissoziale Züge. Er sei zwar alkoholabhängig, zur Tatzeit aber nicht relevant alkoholisiert und damit voll schuldfähig.

Der Staatsanwalt forderte wegen dem „extrem hohen Maß an Brutalität“ 14 Jahre Haft, der Verteidiger plädierte auf zehn Jahre. Statt eines letzten Wortes vor dem Urteil stampfte der 53-Jährige auf und rief unter Tränen: „Kreizkruzifixnochmal, i wollt des neda.“

Der Missbrauch der bereits toten Frau sei „nicht verständlich“ und „abstoßend“, sagte der Vorsitzende Richter Erich Fuchs. Letztlich sei nicht zu beweisen gewesen, ob der Mann seine Ehefrau betäubt habe, als sie noch am Leben war. Da er seiner nur 1,51 Meter großen Ehefrau körperlich weit überlegen gewesen sei, habe er mit absolutem Tötungsvorsatz gemeldet. Zu gute halten müsse man dem Angeklagten, dass er vor Gericht alles gestanden habe. Der 53-Jährige nahm das Urteil regungslos auf.

kd

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