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An der Universitätsklinik Ulm werden zahlreiche Patienten behandelt, die mit Legionellen infiziert sind.

54-Jähriger mit Legionellen-Infektion auf Intensivstation

Günzburg/Neu-Ulm - Nach den vier Todesopfern, die in Folge der Legionellen-Infektionen gestorben sind, gibt es einen weiteren Fall.  Ein 54-jähriger Mann aus dem Landkreis Günzburg ist schwer erkrankt. 

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Viertes Todesopfer nach Legionellen-Infektion

Fast eine Woche nach den ersten Legionellen-Erkrankungen in Ulm und Neu-Ulm sind die Experten immer noch mit Hochdruck auf der Suche nach der Infektionsquelle. Nach vier Todesopfern wurde am Mittwoch zudem bekannt, dass auch ein 54- jähriger Mann aus dem Landkreis Günzburg schwer erkrankt ist. Er liegt nach Angaben des Leiters des Günzburger Gesundheitsamtes, Roland Schmid, auf der Intensivstation und ist nicht ansprechbar. Es bestehe aber keine Lebensgefahr.

Als Pendler nach Ulm sei der Mann den dortigen Fällen zuzurechnen. Spektakulär ist auch die Erkrankung eines Mannes aus dem Kreis Esslingen, der sich wohl beim Umsteigen am Ulmer Hauptbahnhof angesteckt hat. Insgesamt wurden bis Mittwochabend 59 Infektionsfälle nachgewiesen. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorabend um drei erhöht.

Allerdings geben die Fachleute für weitere Erkrankungen dennoch Entwarnung: Derzeit seien keine “echten, neuen Fälle“ aufgetreten, sagte ein Sprecher des Landratsamtes des Alb-Donau-Kreises am Mittwoch in Ulm. Die zuletzt gestiegenen Zahlen seien durch den Abgleich von in Untersuchung befindlichen Fällen zurückzuführen. Auch das Universitätsklinikum rechnet nicht mit weiter steigenden Zahlen. Derzeit werden 29 Patienten in der Klinik behandelt. “Wir haben aber keine kritischen Patienten“, sagte ein Sprecher.

Das letzte Todesopfer war eine ältere Frau, die schon länger schwer erkrankt war. Unter den Opfern war zudem ein Mann mittleren Alters mit vielen Vorerkrankungen. Zwei weitere Todesopfer waren mehr als 80 Jahre alt und hatten auch Vorerkrankungen.

Die Experten haben mehrere mögliche Infektionsquellen unter die Lupe genommen. “Das Trinkwasser ist bereits untersucht worden. Es ist als Quelle relativ unwahrscheinlich“, sagte der Landratsamtssprecher. Vorsichtsmaßnahmen seien deswegen nicht nötig. Doch das endgültige Ergebnis liegt frühestens Ende der Woche vor. Am wahrscheinlichsten erscheint den Behörden derzeit eine Abluftwolke einer Kühlanlage vom Stadtrand, die zum Jahreswechsel über die Stadtgebiete geweht wurde.

Die Experten untersuchen deswegen die bekannten Anlagen. Sie bitten auch weiterhin die Bevölkerung um Mithilfe, weil die Anlagen nicht genehmigt werden müssen, kennen die Ämter nicht alle Standorte. “Es kann aber auch sein, dass wir nichts mehr finden und die Erkrankungswelle einfach vorbei geht“, sagte die Fachärztin für Hygiene- und Umweltmedizin, Doris Reick, vom Landesgesundheitsamt des Regierungspräsidiums Stuttgart am Mittwoch.

Die Universitätsklinik ist nach Angaben ihres Sprechers dennoch auf weitere Fälle eingestellt. “Wir sind von den Kapazitäten her so ausgelegt, deutlich mehr Patienten versorgen zu können.“ Einen Ansturm besorgter Patienten auf die Ambulanzen gebe es jedoch momentan nicht. Dafür laufen die Drähte beim vom Landratsamt eingerichteten Bürgertelefon heiß. Seit der Freischaltung der Leitungen am vergangenen Samstag haben sich zwischen 150 und 200 Einwohner gemeldet und nach Vorsichtsmaßnahmen erkundigt, sagte der Sprecher des Landratsamtes des Alb-Donau-Kreises.

Legionellen-Infektionen beginnen meist mit Husten und Fieber. Später kann es zu schweren Lungenentzündungen kommen. Betroffenen Menschen mit entsprechenden Symptomen raten die Behörden, den Hausarzt aufzusuchen. Eine Übertragung der Legionellen-Erkrankung von Mensch zu Mensch ist den Angaben zufolge nicht möglich.

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