Gewalttat in der Oberpfalz

63-Jähriger zündet seinen Nachbarn an

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Seubersdorf - Es klingt so absurd wie brutal: In der Oberpfalz soll ein 63 Jahre alter Mann seinen Nachbarn mit einem Bunsenbrenner angezündet haben. Jetzt liegen beide im künstlichen Koma.

Montagabend im oberpfälzischen Seubersdorf. Gegen 18 Uhr klopft im Ortsteil Batzhausen, knapp 900 Einwohner, jemand an der Haustüre eines 65 Jahre alten Mannes. Der öffnet – und sieht seinen Nachbarn vor sich, mit dem er schon seit langem über Kreuz liegt. Von einem „wohl andauernden Nachbarschaftsstreit“ spricht die Polizei.

Als die Haustüre aufgeht, zögert der 63-jährige Nachbar nicht lange. Er schüttet dem 65-Jährigen eine bislang unbekannte Flüssigkeit ins Gesicht und über den Oberkörper – „und brachte dann einen Bunsenbrenner zum Einsatz“, wie die Polizei mitteilt.

Er zündete seinen Nachbarn an. Der stürzte sich, offenbar in Flammen, auf seinen Angreifer. Ein weiterer Nachbar, ein 47-jähriger Mann, eilte hinzu. Nach einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung gelang es den beiden, den 63-Jährigen festzuhalten, bis schließlich die Polizei eintraf.

Beide Kontrahenten erlitten bei der Aktion Brandverletzungen, sie wurden in ein Münchner und ein Nürnberger Krankenhaus eingeliefert und dort jeweils in ein künstliches Koma versetzt. Der 47-jährige Nachbar, der zu Hilfe geeilt war, wurde von den Flammen verschont, erlitt aber leichte Verletzungen und einen Schock.

Anwohner übergaben der Polizei außerdem ein Beil sowie eine Druckluftpistole. Ob der 63-Jährige die Gegenstände bei sich hatte oder gar mit ihnen hantierte ist bislang noch unklar. „Wir wissen im Moment noch nicht, wie die Gegenstände dort hingekommen sind“, sagte ein Polizeisprecher. Auch zum konkreten Anlass der Gewalttat konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Die beiden ins künstliche Koma versetzten Männer sind derzeit logischerweise nicht vernehmungsfähig. Es sei noch nicht absehbar, wann man die beiden befragen könnte. Und auch mit dem unter Schock stehenden Nachbar habe man bislang noch nicht sprechen können. „Wir hoffen, dass wir das im Lauf der Woche noch hinbekommen“, sagte der Polizeisprecher.

Ob es sich bei der benutzten Flüssigkeit um Brandbeschleuniger handelte, muss ebenfalls noch nachgewiesen werden. „Hier müssen wir die Beobachtungen von Zeugen, etwa der Ehefrau, abwarten. Wenn sich daraus nichts ergibt, sind wir auf die Spurensicherung angewiesen“, so der Sprecher weiter. Dies könne einige Zeit in Anspruch nehmen. Noch in den Abendstunden hatte die Kriminalpolizei Regensburg die Ermittlungen vor Ort aufgenommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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