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Viele Menschen kamen zur Typisierungsaktion.

6500 Spender wollen Buben das Leben retten

Ebern - Um einem achtjährigen Buben mit Leukämie das Leben zu retten, haben sich fast 6500 Menschen im unterfränkischen Ebern Blut abnehmen und damit als Stammzellspender registrieren lassen.

„Das ist eine der größten Registrierungsaktionen bislang gewesen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS am Montag in Köln. Einige Freiwillige seien dafür am Sonntag rund 100 Kilometer weit gefahren. Am Montag seien die Blutproben ins Labor geschickt worden. Ob der passende Spender für den acht Jahre alten Linus aus Rentweinsdorf (Landkreis Haßberge) dabei ist, steht in vier bis sechs Wochen fest.

Der Junge wird derzeit in der Kinderklinik in Erlangen behandelt. Die Informationen über die potenziellen Spender werden zudem in eine weltweite Datenbank eingespeist und könnten damit auch anderen Leukämiekranken helfen.

Für die Abnahme von etwa fünf Milliliter Blut in einer Schulturnhalle nahmen die möglichen Lebensretter Wartezeiten von bis zu 90 Minuten in Kauf. „Wir haben schon mit einem großen Ansturm gerechnet. Dass er so riesig wird, hätten wir jedoch nicht gedacht“, sagte Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (CSU). Die Aktion wurde unter anderem vom Basketball-Bundesligisten Brose Baskets unterstützt. Fast 200 Ehrenamtliche halfen, um den Andrang zu bewältigen. Die Stadt richtete einen Shuttle-Service ein.

Nach DKMS-Angaben sind in Deutschland etwa vier Millionen Menschen in verschiedenen Knochenmark-Datenbanken registriert. Um Stammzellen für einen Leukämiekranken spenden zu können, müssen mehrere Blutmerkmale übereinstimmen. Täglich geben durchschnittlich zwölf Deutsche Knochenmark weiter. Etwa 80 Prozent der Leukämiekranken finden der DKMS zufolge einen Spender.

lby

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