Bergunfall in Tirol

74-jähriger Allgäuer stürzt in den Tod

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Längenfeld – Tragisches Unglück in Tirol: Ein 74-Jähriger aus Halblech (Kreis Ostallgäu) ist bei einer Wandertour auf den Gänsekragen (Längenfeld) 100 Meter in die Tiefe gestürzt. Er erlag seinen schweren Verletzungen noch am Unfallort.

Der 74-Jährige ist müde. Deshalb will er auch nicht mehr mit auf den Gipfel, der in rund 2900 Metern Höhe liegt. Er wartet – rund eine halbe Stunde Fußmarsch unter dem höchsten Punkt des Berges – auf seine Begleiter, ein befreundetes Ehepaar.

Als die beiden von ihrem Gipfelsturm zurückkommen, machen sie sich zusammen wieder auf den Weg ins Tal. Das Gelände neben den Wegen ist unwirtlich und von Felsen durchzogen. Der Pfad hat die Kennung „Schwarz“ – das bedeutet höchste Schwierigkeitsstufe. Gegen 17 Uhr passiert dem 74-Jährigen ein folgenschweres Missgeschick: Er stolpert in zirka 2500 Metern Höhe – wohl aus Übermüdung, wie die Begleiter sagen – und stürzt in die Tiefe. Die Felsen verletzen ihn schwer, offenbar auch am Kopf, sagt Michael Haid, Inspektionskommandant der Polizei Ötz.

Das Ehepaar teilt sich auf. Der Mann steigt zum Verunglückten hinab und will erste Hilfe leisten, die Frau eilt zur nächsten Wanderhütte, um einen Notruf abzusetzen. „Das hat zirka eine halbe Stunde gedauert“, sagt Haid. Für den 74-jährigen Halblecher kommt jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch an der Unfallstelle an seinen schweren Verletzungen.

Laut Polizei waren die Wanderer entsprechend der anspruchsvollen Wanderwege ausgerüstet. Der Pfad sei zwar schwer, aber gut zu absolvieren. Haid spricht von einem „anspruchsvollen Alpingelände“. Die Polizei rückte sofort mit dem Hubschrauber an, konnte den 74-Jährigen allerdings nur noch tot mit dem Tau bergen. Den Grund, warum er gestolpert ist, wird man wohl nie erfahren, sagt Haid.

Anton Hirschfeld

Rubriklistenbild: © dpa

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