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Susanne Arndt: Die LEV-Chefin lebt im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Deutliches Umfrageergebnis

80 Prozent der Eltern wollen G9 - Spaenle zögert

München - Das Ergebnis fällt deutlicher aus als erwartet: 80 Prozent der Eltern wollen ein neunjähriges Gymnasium, ergab eine Umfrage der Landeseltern-Vereinigung. Der Kultusminister kündigt eine Entscheidung „in absehbarer Zeit“ an.

Eines steht für Susanne Arndt, Vorsitzende der Landeseltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern (LEV), nun fest: „Die Eltern wollen das G9“ – nichts sonst. Einen Monat lang hatte die LEV eine groß angelegte Online-Befragung durchgeführt. Am Ende votierten exakt 79,69 Prozent für ein G9 und nur 11,17 Prozent für das G8. Das achtjährige Gymnasium ist damit ebenso durchgefallen wie die von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) favorisierte Option, jede Schule selbst entscheiden zu lassen. Arndt nennt das ein wenig abfällig „Zwitterlösung“ – nur 9,14 Prozent waren dafür.

An der Abstimmung hatten über 36 000 Wahlberechtigte teilgenommen – nachdem die LEV Mehrfach-Klicks abgezogen hatte, blieben fast 33 000 gültige Stimmen übrig. Das Ergebnis ist in allen Regierungsbezirken tendenziell ähnlich. Die höchste G9-Zustimmung gab es in Schwaben (81,4 Prozent), die niedrigste in Niederbayern (72 Prozent). Auch Grundschul-Eltern nahmen in einem geringeren Umfang an der Abstimmung teil – sie votierten sogar zu 90 Prozent für die verlängerte Schulzeit. Auf Anfrage der Elternbeiratsvorsitzenden wird die LEV auch Ergebnisse für einzelne Schulen zur Verfügung stellen. Das Resultat überraschte auch Susanne Arndt selbst, die früher lange Zeit treu zum G8 gestanden hatte. Sie hatte mit 60 Prozent G9-Zustimmung gerechnet. 80 Prozent seien schon sehr deutlich.

Damit ziehen die Eltern jetzt mit dem Bayerischen Philologenverband und der Direktorenvereinigung an einem Strang. Alle drei Verbände, in der Schulpolitik gemeinhin nicht einflusslos, sind für ein G9. Nur einer zaudert noch: Kultusminister Ludwig Spaenle, der derzeit in der CSU-Landtagsfraktion im Kloster Banz in der Klausurtagung weilt. Er wertete das Umfrageergebnis unverbindlich als „wichtigen Beitrag zum Dialogprozess“. Immerhin ließ er anklingen, dass dieser Dialog bald enden wird: „Regierungsfraktion und Ministerrat werden die entsprechenden Entscheidungen in absehbarer Zeit fällen.“ Darauf drängen auch die Grünen, die der CSU gestern vorwarfen, den „Schulunfrieden in Bayern“ zu schüren. Auch die Freien Wähler appellierten an  Spaenle, die Planungen nun rasch offen zu legen.

Das G9, so wie es sich die LEV wünscht, solle „von der 5. bis zur 13. Klasse durchstrukturiert sein“, forderte Arndt. Es müsse sich aber von der früheren Form des G9 deutlich unterscheiden. Von einer Rückkehr zu den früheren Leistungskursen, wie sie die SPD vorschlägt, hält Arndt zum Beispiel nichts. Besser sei es, in der Oberstufe ab der 11. Klasse das dritte Abiturfach vertieft zu unterrichten. Die Intensivierungsstunden sollten beibehalten werden. Die 11. Klasse stellt sich Arndt als mögliche „Überspringerklasse“ vor – für begabte Schüler, die das Gymnasium in acht Jahren absolvieren wollen.

Klar sei auch, sagte die LEV-Vorsitzende und Mutter von vier Kindern, dass das G9 mehr Schulräume und einen neuen Lehrplan benötige. Ohnehin bekommt das Gymnasium ab dem nächsten Schuljahr den „Lehrplan plus“, der stärker auf die Kompetenzen abhebt, nicht jedoch auf das G9. Wenn das G9 also vermutlich zum Schuljahr 2018/19 ab der 5. Klasse eingeführt würde, müsse ein revidierter Lehrplan plus greifen. Angeblich arbeitet das Ministerium schon daran.

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