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Der Rentner soll die 75-Jährige im Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung in Raubling nahe Rosenheim erstochen haben.

Gericht verurteilt Täter

81-Jähriger ersticht Lebensgefährtin

Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag. In einer Wohnung bei Rosenheim kommt es zu einem Beziehungsdrama. Eine alte Frau stirbt, erstochen von ihrem Lebensgefährten. Der betagte Mann muss dafür büßen.

Traunstein - Für die tödlichen Stiche auf seine Lebensgefährtin muss ein 81 Jahre alter Mann vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Traunsteiner Schwurgericht verurteilte den Rentner am Donnerstag nicht wegen Totschlags, sondern wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger will in Revision gehen.

Der 81 Jahre alte Mann muss sich wegen Totschlags an seiner Lebensgefährtin vor dem Traunsteiner Schwurgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft war in ihrem Plädoyer vom Vorwurf des Totschlags abgerückt und hatte sechs Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge gefordert. Die Verteidigung verlangte zwei Jahre Gefängnis zur Bewährung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem minderschweren Fall.

Hohes Alter spielte bei Urteilsfindung eine Rolle

Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn am Dienstag gestanden. Er gab zu, die 75-Jährige am frühen Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages 2016 im Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung in Raubling nahe Rosenheim erstochen zu haben. Als Motiv gilt massive Verärgerung des Mannes darüber, dass die Frau dessen Klagen über angebliche gesundheitliche Probleme nicht ernst nahm.

In seiner Urteilsbegründung hielt der Vorsitzende Richter dem 81-Jährigen eine verminderte Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit zugute. Der Angeklagte habe keine Tötungsabsicht gehabt. Körperverletzung mit Todesfolge in einem minderschweren Fall komme hingegen nicht in Frage, da es sich um zahlreiche heftige Stiche des Mannes auf das Opfer gehandelt habe. Das Gericht berücksichtigte zudem das wenn auch zögerliche Geständnis des Mannes und dessen hohes Alter.

dpa

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