Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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84.000 Arbeitsplätze in Bayern bedroht

München - 4000 Quelle-Mitarbeiter verlieren zum 1. November ihren Job. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges: In der bayerischen Wirtschaft sind aktuell 84.000 Arbeitsplätze bedroht.

Neben dem Versandhändler Quelle sind auch in vielen anderen bayerischen Unternehmen tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Gemessen am Volumen der Kurzarbeit gebe es derzeit in Bayern rechnerisch 84 000 Arbeitsplätze zu viel, sagte der Vizepräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, am Mittwoch in München. “Die Unternehmen versuchen derzeit alles, um möglichst viele Beschäftigte zu halten.“ Doch das sei ein Kraftakt und könne nicht auf Dauer so durchgehalten werden. “Kurzarbeit ist teuer.“ Auf dem Arbeitsmarkt in Bayern stehe der Tiefpunkt daher erst noch bevor.

Für eine Entwarnung sei es daher trotz erster Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung zu früh. “Rückschläge können wir nicht ausschließen“, sagte Brossardt. In der Industrie lägen Auftragseingänge und Produktion immer noch um knapp 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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“Vor ein paar Monaten hatten wir vielleicht Temperaturen von minus 15 Grad, jetzt ist das Thermometer auf minus 10 Grad geklettert“,sagte Brossardt. Das bedeute immer noch Frost. “Es ist nicht wirklich wärmer geworden, nur etwas weniger kalt.“ Als großes Risiko für die weitere Entwicklung der Wirtschaft sieht er vor allem die Kreditversorgung der Unternehmen. Die verschärfte Vergabepraxis der Banken setze die Firmen zusätzlich unter Druck und könne zu weiteren Kreditausfällen führen.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) stellt sich auf eine lange Durststrecke ein. Selbst wenn die Wirtschaft ab dem kommenden Jahr mit Raten wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre wachsen sollte, werde in Bayern erst 2012 wieder das Niveau von 2008 erreicht. “Deshalb müssen jetzt alle wirtschaftspolitischen Anstrengungen darauf abzielen, die Wachstumskräfte zu stärken.“

dpa

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