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Feuerwehrleute bergen ein Räumfahrzeug der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof München.

Unfallserie auf der A 8: Videos und Bilder vom Chaos

München - Erst nach drei Stunden ist am Donnerstag die Salzburger Autobahn bei Holzkirchen um 14.45 Uhr wieder freigegeben worden. Ein Laster hatte eine ganze Unfallserie mit 42 beteiligten Autos ausgelöst. 17 Menschen wurde verletzt - der Unfallverursacher flüchtete.

Laut Polizeiangaben war der Lastwagenfahrer am Donnerstagmittag bei der Anschlusstelle Holzkirchen (Kreis Miesbach) in Richtung Salzburg auf die Autobahn gefahren. Dabei hatte er den Verkehr falsch eingeschätzt. Die nachfolgenden Autofahrer konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen, sechs Fahrzeuge krachten ineinander. Der Lastwagenfahrer aber fuhr weiter. Bisher ist er nicht ermittelt.

Video: Massencrash auf der A 8

In wenigen Sekunden kam es zu zwölf Unfällen, insgesamt waren 42 Fahrzeuge beteiligt. Weil die Beamten zunächst nicht von Schwerverletzten ausgingen, drehte ein alarmierter Hubschrauber wieder ab. Doch kurze Zeit später wurde der Helikopter wieder angefordert, um ein Unfallopfer mit schweren Kopfverletzungen in die Klinik zu fliegen. Drei weitere Menschen wurden schwerverletzt, 13 erlitten ebenfalls Verletzungen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim mitteilte, hatte die Unfallserie nichts mit der Schneeglätte zu tun - allerdings schneite es zum Unfallzeitpunkt dicke Flocken, zeitweise schien wieder die grelle Sonne. Außerdem seien die Fahrer teilweise mit bis zu 140 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Viel zu schnell für diese Witterung, warnte die Polizei. Die A8 war in Richtung Salzburg für fast drei Stunden komplett gesperrt. Sachschaden: eine halbe Million Euro.

Durchaus mit den starken Schneefällen aber hatten die zahlreichen Unfälle in den Landkreisen Landsberg und Fürstenfeldbruck zu tun. Das Nord-Präsidium in Ingolstadt vermeldete dort einen Schwerpunkt von schnee- und glatteisbedingten Unfällen. Mitten im Berufsverkehr hatte es stark geschneit.

Unfallbilder

Rutschpartie in Bayern

Auf der Lindauer Autobahn A 96 rutschte gegen 9 Uhr ein Autofahrer gegen die Mittelleitplanke. Der Verkehr hinter ihm staute sich, so dass sich ein Folgeunfall mit vier Autos ereignete. Verletzt wurde niemand, doch die beiden Fahrbahnen mussten kurzzeitig komplett gesperrt werden. Der Verkehr wurde laut Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck über den Seitenstreifen umgeleitet. Zwischen den Orten Jesenwang und Moorenweis (Kreis Fürstenfeldbruck) schlitterten am Morgen fünf Autos ineinander. Die Feuerwehr musste eine schwer verletzte 72-Jährige aus ihrem Wrack schneiden.

Auch in München lag teilweise viel Schnee: Der Fahrer eines Räumfahrzeugs der Deutschen Bahn sollte morgens am Hauptbahnhof München die verschneiten Bahnsteige räumen - um den Fahrgästen eine Rutschpartie zu ersparen. Doch als er gegen 8.40 Uhr wenden wollte, konnte er nicht mehr rechtzeitig bremsen und rutschte rückwärts auf Gleis 11. Das kleine Fahrzeug hing fest! Die Münchner Feuerwehr rückte an und barg es in einer aufwändigen Aktion mit einer Art überdimensionalem Wagenheber. Der Zugverkehr war von dem Vorfall nicht beeinträchtigt, teilte eine Sprecherin der Bahn mit. Obwohl es in der ganzen Stadt immer wieder stark schneit, ist es am Vormittag nur zu ein "paar kleinen Blechschäden" gekommen, so Polizeisprecher Markus Dengler. "Der Münchner Bürger ist bestens vorbereitet auf Schnee."

Sechs Autos in der Eishölle

Den Norden des Freistaates hat es da schlimmer erwischt: Die starken Schneefälle haben am Donnerstagmorgen den Verkehr auf der A9 in Oberfranken komplett zum Erliegen gebracht. Querstehende und liegen gebliebene Lastwagen blockierten an Steigungsstrecken auch die Bundesstraßen im Fichtelgebirge und im Frankenwald. Auf der A9 kamen die Räumdienste zwischen Lobenstein in Thüringen und der Anschlussstelle Berg/Bad Steben (Landkreis Hof) zeitweise nicht durch, weil unvernünftige Autofahrer keine Gasse freihielten, berichtete die Polizei am Morgen in Hof. Erst am frühen Vormittag gelang es, den Saale-Aufstieg an der thüringisch-bayerischen Grenze vom Schnee zu befreien.

Im Landkreis Würzburg steckten am Donnerstagmorgen sechs Autos, darunter zwei Streifenwagen, in der "Eishölle" fest. Nach Angaben der Polizei hatte sich ein 24-Jähriger mit seinem Wagen mitten auf der Fahrbahn festgefahren. In der Folge blieben zwei Streifenwagen und drei Autos an der extrem glatten Steigung hängen. Sie mussten auf ein Streufahrzeug warten. Lediglich der Fahrer eines Autos mit US-Kennzeichen kam durch. Bergabwärts streifte er das liegengebliebene Gefährt des 24-Jährigen, setzte aber seine Fahrt fort, ohne sich um den Schaden zu kümmern.

mm/lby

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