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Wegen der Gefahr solcher Blow-ups gilt Tempo 80 auf der A92 von Dingolfing bis München.

Limit wegen Blow-ups sorgt für Ärger

A92: Polizei blitzt 500 Temposünder

München - Auf der A92 gilt wegen möglicher Blow-ups - ausgelöst durch die anhaltende Hitze - ein Geschwindigkeitslimit von 80 Stundenkilometern. Nur kaum einer hält sich dran.

Wer derzeit auf der A 92 unterwegs ist, der schleicht nur dahin. Seit drei Wochen gilt nun schon ein Tempolimit von 80 für das Autobahnstück zwischen Dingolfing bis München. Der Grund: mögliche Blow-ups wegen der Hitze. Vor genau denen scheinen aber die meisten Verkehrsteilnehmer wenig Angst zu haben. Jedenfalls merkt jeder, der auf der Strecke unterwegs ist, schnell: Kaum jemand hält sich an das Limit, fast jeder ist weitaus schneller unterwegs. Genau das fiel auch der Polizei in Freising auf und so kam sie auf folgende Idee: „Die blitzen wir alle!“ Das Ergebnis: Innerhalb kurzer Zeit gingen ihr über 500 Temposünder ins Netz!

Viele verlieren den Führerschein für einen Monat

Die Strafen für Raser (VERGRÖßERUNG).

Die geheime Radarfallen-Aktion – sie fand am vergangenen Wochenende statt. Am Samstag sowie Sonntag positionierten die Beamten ihr Messgerät jeweils für gut zwei Stunden nahe Freising an der A 92. Dann ging alles ruckzuck. „Wir konnten gut 460 Tempo-Überschreitungen feststellen“, erklärt Polizeisprecher Nikolaus Bischof gegenüber der tz. „Allein mit der Blitzer-Anlage.“ Dazu kamen noch gut 40 Sünder, die von Einsatzwagen direkt rausgewunken wurden. Ein satter Fang, wenn man bedenkt, dass alle Überschreitungen so um die 90 in dieser Auszählung schon abgezogen sind. Bischof: „Jeder weiß über die Medien, dass es hier ein Tempolimit von 80 gibt. Nun haben wir uns entschieden, Überschreitungen zu ahnden.“ Tatsache ist: Viele Sünder lagen mehr als 40 Stundenkilometer drüber. Heißt: ein Monat Führerschein-Entzug. Die Blitzerfalle sorgt im Internet nun für eine Welle der Empörung. Hunderte Autofahrer werfen den Freisinger Beamten reine Schikane und Abzocke vor. „Das Tempolimit ist doch nur aus rein juristischen Gründen da“, schimpft beispielsweise Martin L. im Forum des Münchner Merkurs. „Damit, wenn etwas durch Blow-ups passiert, niemand den Freistaat verklagen kann. Und jetzt blitzen die auch noch. Frech!“ tz-Leser Franz R. sieht es ähnlich: „80? Das ist langsamer als die Landstraße und dann blitzen.Wahnsinn!“

So entsteht ein Schlagloch

So entsteht ein Schlagloch

Übrigens: Die Freisinger Polizei ist für die A 92 bis Moosburg Nord zuständig, danach fällt die Strecke in den Zuständigkeitsbereich der Straubinger Kollegen. Und? Haben die Niederbayern auch schon geblitzt? „Nein, wir wollen ja niemand schikanieren“, erklärt Sprecher Michael Emmer gegenüber der tz. „Wenn wir blitzen, werden wir das vorher ankündigen. Es geht ja darum, die Leute dazu zu bringen, das Tempolimit 80 einzuhalten. Nicht um Geld zu machen.“ Aha, es geht also auch anders...

Armin Geier

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