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Bisher Stückwerk: die A94 München-Pocking (bei Passau).

Deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt

A 94 München-Pocking: Die Isental-Autobahn kommt

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Dorfen/Mühldorf - Die Autobahn-Bau durchs schöne Isental bei Dorfen (Kreis Erding) ist nicht mehr aufzuhalten. Das Konsortium, das die A 94 bauen und in öffentlich-privater Trägerschaft betreiben soll, steht nun fest.

Die Isental-Autobahn wird ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt. Denn der Zuschlag erfolgte an ein Konsortium, das unter anderem aus der Baufirma Berger Bau aus Passau und dem französischem Unternehmen Eiffage S.A. besteht. „Damit hat dasselbe Bieterkonsortium gewonnen, das schon den Ausbau der A 8 München-Augsburg bewältigt hat“, erklärte der Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, Josef Seebacher. Unter den Namen „Autobahnplus“ ist das Konsortium an der A 8 nun auch für den Unterhalt – Winterdienst, Instandsetzung und anderes – zuständig.

Ähnlich soll es jetzt bei der A 94 laufen, die einst München und Passau verbinden soll. Noch ist die Autobahn nur Stückwerk. Doch nach jahrelangem erbittertem Ringen vor den Gerichten hatte sich die Autobahnbehörde 2012 schließlich unwiderruflich durchgesetzt – sie darf die 33 Kilometer lange Lücke Pastetten-Heldenstein durchs landschaftlich schöne Isental schließen – inklusive 57 Brücken, vier Anschlussstellen und zwei Parkplätzen.

Baukosten liegen bei 400 Millionen Euro

Was noch fehlte, war das Geld. Das Bundesverkehrsministerium entschied sich dafür, die Autobahn als ÖPP-Projekt zu bauen. Das heißt: Ein Konsortium finanziert die Autobahn vor (wobei der Staat eine Anschubfinanzierung gewährt), und darf dafür auf einer 77 Kilometer langen Strecke Forstinning-Marktl die Lkw-Maut kassieren. Die Baukosten liegen bei 400 Millionen Euro, das Projektvolumen, zu dem Erhalt und Betrieb über 30 Jahre zählen, beträgt 1,1 Milliarden Euro.

Wohl im Januar und Februar beginnt das Konsortium nun mit den eigentlichen Bauarbeiten für die zweispurige Autobahn. Schonjetzt sind dort einige Brücken gesetzt. Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) begrüßte, das nun der Zuschlag erteilt werden konnte. Für das bayerische Chemiedreieck und das niederbayerische Bäderdreieck sei das wichtig – zumal (was Herrmann nicht sagt) eine adäquate Bahnverbindung weiterhin nicht in Sicht ist. Die Mühldorfer Bahnstrecke ist großteils nur eingleisig und nicht elektrifiziert. Er gehe davon aus, so Herrmann weiter, dass die Isental-Autobahn Ende Oktober 2019 in Betrieb gehen könne. Damit gehe „eine über 30-jährige Planungsgeschichte mit schwierigen Trassendiskussionen zu Ende“.  

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