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Auch jetzt schon gibt es Bauarbeiten an der A99 – die Anschlussstelle Aschheim/Ismaning wird verlegt. Die Staugefahr ist dabei hoch, wie dieser Bild belegt.

Autobahn-Nordring wird verbreitert

Die A99 bekommt eine vierte Spur

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München/Unterföhring - Der Ausbau des Autobahn-Nordrings A99 rückt näher. Der Bund gibt 60 Millionen Euro frei – das reicht für einen ersten Abschnitt. Langfristig soll die gesamte Autobahn zwischen A9 und A8 vier Spuren je Richtung haben.

Endlich, sagt Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, kommt die reguläre vierte Spur an der Autobahn A99. „Ich bin froh.“ Nun könne die Gemeinde vernünftigen Lärmschutz planen. Das Ziel: Das „Dauerrauschen“, das heute entlang der Autobahn fast überall hört, soll leiser werden. Vielleicht auch in der Nachbargemeinde Ismaning? Dort schläft Bürgermeister Alexander Greulich gern mal bei offenen Fenster. Damit er die Autobahn nicht höre, sagt Greulich, habe er nachts einen Ventilator laufen.

Schon heute ist die A99 zwischen dem Kreuz Süd (Brunnthal) und Nord zeitweise auf vier Spuren je Richtung befahrbar – dann nämlich, wenn in Phasen mit viel Verkehr der Standstreifen auf grün geschaltet wird. Das ist häufig der Fall: Die A99 ist mit 140.000 Fahrzeugen täglich eine der meist befahrenen Autobahnen Deutschlands. Frühere Prognosen gingen sogar für das Jahr 2020 von einer Steigerung auf 170.000 Fahrzeuge in 24 Stunden aus. Freilich hätten die Planer diese Prognose nach unten korrigiert, sagt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern – auf 150.000 Fahrzeuge im Jahr 2030.

Trotzdem bleibt eine hohe Verkehrsbelastung. Seit Jahren spart sich der Bund durch den Standstreifen viel Geld. Denn eine Standstreifen-Freigabe rechtfertigt keinen Anspruch auf Lärmschutz. „Das war uns immer ein Dorn im Auge“, sagt Bürgermeister Kemmelmeyer. Das ist keine Behörden-Willkür, sondern eine rechtliche Vorgabe. „Das hat der Gesetzgeber so festgelegt“, sagt Seebacher. Standstreifen sind juristisch betrachtet nur übergangsweise zulässig – sie dürfen nur eingerichtet werden, wenn die Autobahn zum Ausbau angemeldet ist.

Jetzt aber soll der reguläre vierstreifige Ausbau beginnen. Die Große Koalition in Berlin hat 2,7 Milliarden Euro für 72 Autobahnen- und Bundesstraßen-Projekte freigegeben (wir berichteten). Darunter sind auch 85 Millionen Euro für die Westtangente Rosenheim und 69 Millionen für den dreispurigen Ausbau der A96 Oberpfaffenhofen-Germering-Süd.

Und eben auch 60 Millionen Euro für die A99. Baubeginn soll 2016 sein. Das Geld reicht aber allenfalls für ein 7,3 Kilometer langes Stück – zwischen dem Anschluss an die A9 bis Aschheim/Ismaning. Für den Ausbau von 11,6 Kilometern weiter südlich bis Haar wären mindestens weitere 90 Millionen Euro nötig. Die Kosten für den weiteren Ausbau bis zum Brunnthal-Dreieck sind unabsehbar – hier läuft erst die Planfeststellung. Die Autobahn soll nach innen hin erweitert werden – der Mittelstreifen wurde beim Bau der Autobahn in den 1970er Jahren überbreit angelegt, so dass etwas abgeknapst werden kann. Künftig wird jede Fahrbahn 19 Meter breit sein, für den Mittelstreifen bleiben noch sieben Meter.

Das sind Details, die Unterföhrings Bürgermeister Kemmelmeyer wenig interessieren. Wichtig ist für ihn, dass die Autobahndirektion den Lärmschutz nun zügig angeht. Wände und Wälle – die Autobahn soll abgeschottet werden. Unterföhring will dabei mehr tun, als die Autobahnbehörde leisten darf. Sie hat für zusätzlichen Lärmschutz zwei Millionen Euro im Haushalt geparkt. Ismaning überlegt noch – die Gemeinde ist etwas weiter weg als Unterföhring und hat gar keinen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz. Am dringendsten sei der Lärmschutz freilich in der Auensiedlung bei Freimann, sagt Direktionssprecher Josef Seebacher. Die Lärmschutzwände werden im Nordabschnitt bis zu acht, weiter im Süden bis zu zwölf Meter hoch. Außerdem erhält die A99 leiseren Flüsterasphalt – auch wenn der, wie Direktionssprecher Seebacher einräumt, nur „sieben bis acht Jahre“ hält.

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