Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

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Die VDE 8 München/Nürnberg-Berlin ist Teil eines noch größeren Korridors, dem Skandinavien-Mittelmeer-Korridor. Deshalb werden als Endpunkte auch Verona und der Ostseehafen Rostock genannt.

Letzte Lücke geschlossen

Ab Ende 2017 im ICE in vier Stunden nach Berlin

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München - Die letzte Lücke auf Deutschlands größter Eisenbahnbaustelle ist geschlossen. Ab Ende 2017 sollen ICE-Züge zwischen München und Berlin nur noch vier Stunden benötigen. Ein Prestigeprojekt mit Fußangeln.

Eine große Delegation fuhr am Freitag im Zug über die Landesgrenze von Thüringen nach Bayern. Der Anlass: Die letzten Meter Gleis im Abschnitt zwischen Erfurt und dem fränkischen Ebensfeld sind gelegt. „Das ist ein echtes Highlight“, erklärte Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU), der mit zahlreichen DB-Leuten und Thüringer Politikern im Zug saß. Der Lückenschluss durch den Thüringer Wald gilt als technische Meisterleistung. 3,8 Milliarden Euro wurden auf den 107 Kilometern verbaut, es gibt 22 Tunnel und 29 Brücken, die ganze Täler überspannen. Es sind wuchtige Bauwerke mit idyllischen Namen. Die Talbrücke Froschgrundsee nahe Weißenbrunn vorm Wald an der Grenze zu Thüringen ist ein 800 Meter langer Koloss, der der gesamten, vormals unbebauten Landschaft seinen Stempel aufgedrückt hat.

Start der Testfahrten im Oktober

Ab Mitte Oktober beginnen Testfahrten auf der ICE-Neubaustrecke. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 sollen ICE-Züge auf der neuen festen Fahrbahn – Beton ersetzt die herkömmlichen Schottersteine – zwischen München und Berlin pendeln. Die Fahrzeit des weißen Flitzers soll bei vier Stunden liegen, zwei Stunden weniger als heute. Die Züge sind abschnittsweise bis zu 300 km/h schnell. Der Fahrplan steht noch nicht genau fest, doch ist ein Stundentakt versprochen. Insgesamt könnten es bis zu 20 ICE’s am Tag je Richtung sein, drei bis fünf davon Sprinter-Züge, die allenfalls noch in Nürnberg und Erfurt halten und deren Fahrzeit „möglicherweise knapp unter vier Stunden“ liegen wird, wie es Bahn-Sprecher Franz Lindemair vorsichtig ausdrückt. In der offiziellen Bahn-Broschüre vom April dieses Jahres ist von 3 Stunden und 55 Minuten zu lesen, eine Nonstop-Verbindung München-Berlin wurde in einem älteren Bahnpapier auf 3:45 Stunden berechnet.

Bahn hoffe auf Umsteiger aus dem Auto

Die Zielrichtung ist klar: Das „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 8“ (VDE 8) soll den innerdeutschen Flugverkehr angreifen: 20 bis 30 Prozent derjenigen, die heute das Flugzeug nehmen, könnten umsatteln, so die Kalkulation von DB-Fernverkehrs-Chef Berthold Huber. Wenn es für die Bahn gut läuft, könnten am Flughafen München künftig einige der bis zu 30 Flüge täglich in die Hauptstadt wegfallen. Zuwächse soll es auch durch Umsteiger aus dem Auto geben. Freilich ist das Potenzial begrenzt – nach einer Schätzung aus dem Jahr 2013 fahren 6000 Personen an einem Durchschnittstag von München nach Berlin oder in umgekehrter Richtung.

Schwere Güterzüge können Trasse nicht nutzen

Ob das den Aufwand lohnt? Die VDE 8, geplant seit Anfang der 1990er Jahre, fungiert bei der Bahn als „Zehn-Milliarden-Projekt“. In Wahrheit sind es wohl schon elf Milliarden Euro. Für schwere Güterzüge ist die Fernstrecke aufgrund der Steigung – bis zu 12,5 Promille – nicht geeignet. Baustopps und etliche Klagen verteuerten das Projekt. Selbst scharfe Kritiker der DB-Politik wie Gerd Aschoff, ein Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, sagen aber: „Die Sinnhaftigkeit des Projekts kann man nicht mehr in Frage stellen.“

Die Fernstrecke müsse aber „in der Fläche“ erschlossen werden. Der Erfurter Bahnhof zum Beispiel sei dafür zu klein. „Was nützt mir der schnelle ICE, wenn ich in Erfurt eine Dreiviertelstunde auf den Anschlusszug nach Osthüringen warten muss“, fragt Aschoff. Leipzig ist über eine Abzweigung und eine eigene Neubaustrecke angeschlossen. Auch in Bayern gab es Kritik, weil die Expresszüge zum Beispiel einen Bogen um Coburg machen. Mit drei Extra-ICE’s am Tag wurden Kritiker besänftigt.

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