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An dieser Privatschule in Schweinfurt ist ein gesamter Jahrgang durchs Abitur gerasselt.

In dieser Schweinfurter Schule

Abi-Debakel: Schüler büffelten den falschen Stoff

Schweinfurt - Nach dem Abi-Debakel in Unterfranken: Schüler und Eltern sind stinksauer. Eisernes Büffeln, teure Förderkurse - alles umsonst. Für einige war es vielleicht die letzte Chance.

Am Donnerstag um 15 Uhr ist der Termin, von dem sich Eltern wie Sandra Eichhorn, Mutter einer durchgerasselten Abiturientin, viel erhoffen. Dann nämlich kommt Hansjörg Bosch, Ministerialbeauftragter für die Fachoberschulen und Berufsoberschulen in Nordbayern, um das Abi-Debakel in der Ersten Privaten Fachoberschule (EPFOS) in Schweinfurt zu klären. Die Schule, in der ein ganzer Abiturjahrgang durch die Prüfungen gefallen ist - 27 Schüler stark. Auf dem Programm steht nun eine Krisensitzung - mit Schulleiter, Eltern, Schülern und deren Rechtsanwältin. Die Presse ist nicht zugelassen. Das hat auch einen Grund: Jeder soll frei von der Leber weg seine Meinung sagen können, ohne am nächsten Tag in der Zeitung zu stehen, heißt es aus dem Ministerium.

Wie soll es jetzt weiter gehen?

Die Eltern sind stinksauer, haben sich eine Anwältin genommen und rufen nach einer Lösung für ihre Kinder. Wie die Mainpost berichtet, will etwa Sandra Eichhorn wissen, unter welchen Bedingungen der Wechsel an die staatliche FOS möglich ist, ob auch die Schüler, die vor zwei Jahren die Zugangsvoraussetzung für die staatliche FOS nicht erfüllt haben, wechseln dürfen.Wichtig ist Sandra Eichhorn zudem, dass sie und die Schüler erfahren, wo überall Wissensdefizite bestehen, ob ein Wechsel in die zwölfte oder gar einer in die elfte Jahrgangsstufe angesagt ist. Das Ziel sei klar: „die Fachhochschulreife, keine mit Hängen und Würgen“.

Gebüffelt haben die Schüler fleißig - leider das Falsche

Drei Schüler berichten der Mainpost von ihren durchwegs „guten Noten“, die jedoch ohne Abschluss ohne Wert seien.„Gebüffelt“ hätten die Schüler schon fleißig, leider oft das Falsche, Förderkurse hätten sie „ohne Ende“ belegt, seien in den Faschings-, Oster- und Pfingstferien jeden Tag in der EPFOS gewesen – alles umsonst.

Andere haben Nachhilfe genommen – bei Freunden und Bekannten, bei Instituten. Vor allem Letztere waren es, die schnell mitbekamen, dass mit dem Erlernten das Fachabitur nicht zu schaffen ist. Mehrere ältere Schüler befürchten, dass sie aus Altersgründen nicht an die Staatliche kommen, weil sie „zwei Jahre verschenkt haben“. Sie befürchten, dass sie heuer ihre letzte Chance hatten - und nun ohne Eigenverschulden ohne Abitur dastehen.

Immerhin, für zwei Schüler gibt es eine schnelle Lösung: Sie sind zu den derzeit laufenden mündlichen Prüfungen zugelassen worden und haben dort die Möglichkeit, das Fachabitur noch zu bestehen.

Der Fall wird langsam zum Politikum: Die bayerischen Lehrer warnen jetzt vor einer Privatisierung des Bildungssystems.

mm

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