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Beispiele für gemeinsame Musteraufgaben im Fach Deutsch

Berlin - Sechs Bundesländer wollen schon 2014 mit gemeinsamen Abituraufgaben in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch beginnen. Dafür sind bereits gemeinsame Musteraufgaben entwickelt worden. Beispiele finden Sie hier.

Diese Aufgaben werden dann als Aufgabenteile in die jeweiligen Abiturprüfungen von Niedersachsen, Hamburg Schleswig-Holstein, Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern integriert. Hier zwei Musteraufgaben im Fach Deutsch:

Aufgabenvorschlag 1

1. Analysieren Sie, wie der Autor seine Position argumentativ entwickelt. Berücksichtigen Sie dabei auch ausgewählte sprachliche Mittel. 2. Erörtern Sie die Position des Autors zu Beteiligungsmöglichkeiten im „partizipativen Web“.

Der Schwerpunkt der Gesamtaufgabe liegt auf der zweiten Teilaufgabe, der argumentativen Auseinandersetzung mit der Textvorlage.

Es folgt ein rund 75-zeiliger Text, den die Abiturienten analysieren müssen. Er beginnt so:

Bernd Graff Die neuen Idiotae - Web 0.0

Seit fast einem halben Jahrzehnt gibt es das „partizipative Web“. Das klingt nach Leistungskurs, meint aber neue Formen der Beteiligung und der Berichterstattung im Internet. Diese Formen werden von engagierten Zeitgenossen genutzt, weil sie - sei es aus Idealismus, sei es, weil sie sonst keine Beschäftigung haben - eine Rolle in der allgemeinen Informationsbildung übernehmen wollen. Man spricht auch schon von „Bürger-Reportern“ und „Graswurzeljournalisten“. Eine Art: Vierte Digitalgewalt? (...)

Aufgabenvorschlag 2

1. Analysieren Sie, wie der Autor seine Position argumentativ entwickelt. Berücksichtigen Sie dabei auch ausgewählte sprachliche Mittel. 2. Erörtern Sie ausgehend von Ihren Analyseergebnissen, ob die deutsche Sprache Rettung nötig hat.

Der Schwerpunkt der Gesamtaufgabe liegt auf der zweiten Teilaufgabe, der argumentativen Auseinandersetzung mit der Textvorlage.

Es folgt ein etwa 80-zeiliger Text. Er beginnt so:

Thomas Steinfeld Das Deutsch, das Affen sprechen

Wer die deutsche Sprache retten will, sollte wissen, was sie ist und was sie kann. Noch gibt es auf deutschen Bahnhöfen den „Service Point“. Geht es nach dem Willen von Rüdiger Grube, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, und von Peter Ramsauer, dem Verkehrsminister, soll die Aufschrift über dem Tresen demnächst wieder „Auskunft“ heißen. Doch ist in den vergangenen Jahren so viel über den „Service Point“ und die dazugehörige scheinbare Anglifizierung der Eisenbahn geredet und gespottet worden, dass der Ausdruck dennoch bleiben wird - nicht nur in der Erinnerung, sondern auch, weil er längst etwas anderes als „Auskunft“ bedeutet. Diese Mischung aus hilflosem Ehrgeiz und Kundenverachtung, aus Provinzialismus, Anmaßung und Beflissenheit, die in der Formel vom „Service Point“ steckt, ist durch kein deutsches Wort zu ersetzen.

(.) Für die deutschen Sprachschützer, die sich im „Verein Deutsche Sprache“ zusammengeschlossen haben, gehört das Wort „Service Point“ zu einem Idiom, das sie „Affensprache“ nennen. (...)

dpa

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