Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Rekord-Region: München und das Umland wachsen immer weiter. Das zeigen die neuesten Zahlen für die Landeshauptstadt und die acht Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg.

Serie Teil 4: Grenzen des Wachstums 

Acht Fakten, warum München immer größer und teurer wird

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Sind die Grenzen des Wachstums in München und Umgebung erreicht? In einer Serie beleuchten wir, was der ewige Boom mit unserer Heimat macht. Vierter Teil: Es gibt brandneue Zahlen – über Babys, Singles und ein neues Job-Wunder.

München – Es gibt wieder Rekorde,aber das ist für die Region München ja nichts Neues. Mehr Einwohner, mehr Arbeitsplätze, mehr Pendler und immer noch zu wenige Wohnungen: So lassen sich die neuesten Regionsdaten des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München zusammenfassen. 2,85 Millionen Menschen lebten zum Stichtag am 31.12.2015 hier – das sind 300 000 mehr als vor zehn Jahren. Die Daten verraten aber noch viel mehr über unsere Heimat. Hier die wichtigsten acht Aspekte:

1. München ist die jüngste Großstadt

Sind es die vielen Seen, die Biergärten und Kinos, das Oktoberfest – oder doch die vielen Arbeitsplätze? Was lockt die jungen Leute in die Region? Es ist die Arbeit. „Wegen der Landschaft zieht keiner her“, sagt Christian Breu, Chef des Planungsverbands. Vor allem 18- bis 29-Jährige kommen her. München ist damit die jüngste Großstadt in Deutschland. Das Durchschnittsalter liegt bei 41 Jahren. Zum Vergleich: Die Berliner sind im Schnitt eineinhalb Jahre älter, die Durchschnittsbayern sogar über zwei Jahre.

2. Stadt und Land wachsen zusammen

„Stadt und Land bilden ein gemeinsames wirtschaftliches Zentrum“, sagt Breu. Das fällt besonders im Landkreis München auf: Die Zahl der Arbeitsplätze schoss nach oben – um 210 761 in den vergangenen zehn Jahren. Bei der Bevölkerung wachsen Dachau und Ebersberg am schnellsten, Starnberg am langsamsten.

3. Es gibt immer mehr Ausländer

Das starke Wachstum liegt nicht an vielen Geburten, sondern an Zuzüglern. Auffällig: Vier von fünf Zuwanderern sind Ausländer. 2015 kamen 37 600 dazu. Ihr Anteil liegt inzwischen bei 19,2 Prozent, vor zehn Jahren waren es 17,0 Prozent. Einerseits kommen die Menschen wegen guter Jobaussichten aus dem EU-Ausland (249 621 seit 1988). Andererseits kommen Flüchtlinge. 2015 ist die Zuwanderung aus dem restlichen Ausland deswegen sprunghaft angestiegen, es gab über 40 000 Zuzüge mehr als Fortzüge. Eine größere Zuwanderung gab es nur 1992 – während der Balkankriege. Seit 1988 gab es ein Plus von 363 960 Menschen.

Schaut man nur auf die Zahlen, ist die Region um München bei den Bayern selbst nicht so beliebt: Immer mehr ziehen ins weiter entfernte Umland. Womöglich liegt das an den hohen Immobilienpreisen. Womit wir schon beim nächsten Punkt sind.

4. Es gibt zu wenig Wohnungen

12 500 neue Wohnungen sind im vergangenen Jahr in der Region München entstanden, gleichzeitig wuchs die Bevölkerung aber um 45 000 Einwohner. Unterm Strich wird also zu wenig gebaut. „Besonders im Landkreis Starnberg ist das auffällig“, sagt Breu. Denn da gibt es pro 1000 Einwohner nur 2,6 neue Wohnungen. In Dachau sind es 6,8, in der Stadt München 4,0.

Wegen des Wohnmangels nimmt die Zahl der Personen pro Haushalt wieder leicht zu. Im Schnitt teilen sich zwei Leute eine Küche. Es gibt mehr Wohngemeinschaften, und Jugendliche wohnen länger bei den Eltern. Witwen bleiben dagegen oft allein in ihrer Wohnung. Breu sagt: „Der typische Single ist nicht Student, sondern die Frau über 70.“

Die Daten des Planungsverbands.

5. Den meisten Platz haben die Landwirte

Menschen brauchen Platz – für Häuser, Geschäfte, Büros und Straßen. Das merkt man an der Flächenversiegelung. Sie wuchs in den vergangenen 35 Jahren von 11,41 auf 17,36 Prozent. Das ist aber immer noch nichts im Vergleich zur landwirtschaftlichen Fläche. Wiesen, Felder und Acker machen immer noch über die Hälfte aus. Und im Vergleich zu 1980 gibt es heute sogar mehr Wald, nämlich auf einem Viertel unseres Bodens.

6. Die Region ist Wirtschaftsmotor

Jetzt ist es amtlich: Die Fleißigsten der Fleißigen kommen aus München und den Landkreisen drum herum. Ein Drittel aller bayerischen Waren, Güter und Dienstleistungen wird hier erwirtschaftet, obwohl hier nur 22 Prozent der Bayern leben. „Die Region ist der Wirtschaftsmotor“, sagt Breu. Und das Wachstum geht weiter. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg zuletzt um 23,9 Prozent, während die Bevölkerung um 11,6 Prozent wuchs. Immer mehr Menschen finden hier also einen Job.

Schaut man sich das Einkommen an und zieht Steuern, Versicherungen und Kreditzinsen ab, bleiben jedem Einwohner – vom Baby bis zum Senior – im Schnitt 26 000 Euro pro Jahr zur freien Verfügung. Am meisten haben die Starnberger (35 000 Euro), dann kommen die Münchner (30 000 Euro).

7. Immer mehr Menschen pendeln

In Zügen und S-Bahnen wird es enger. Kein Wunder, denn die Zahl der Pendler ist in den vergangenen zehn Jahren um 200 000 gestiegen. 908 000 Menschen machen sich laut den Zahlen jeden Tag auf den Weg zur Arbeit in eine andere Kommune. Insgesamt gibt es 1,33 Millionen Arbeitsplätze – vier von fünf Arbeitnehmern arbeiten also nicht in ihrem Heimatort. Die meisten Einpendler hat München. 358 000 Menschen kommen jeden Tag rein, 164 000 fahren raus. Im Landkreisvergleich zieht der Kreis München die meisten Menschen an: 164 000 rein, 83 000 raus.

8. Frauen bekommen wieder mehr Kinder

Es gibt wieder mehr Babys. Jede Bayerin bekommt im Schnitt 1,43 Kinder, Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sogar 1,81. 2015 war der geburtenstärkste Jahrgang seit 15 Jahren: 118 300 Babys kamen in Bayern auf die Welt. Auf gesamtbayerische Sicht gab es damit aber immer noch mehr Sterbefälle als Geburten. Anders in München und den benachbarten Landkreisen: Hier wuchs die Bevölkerung dank der vielen Babys.

dor

Serie: Grenzen des Wachstums

Hier lesen Sie, warum sich Pliening gegen das Wachstum wehrt, und hier, warum die Turbogemeinde Unterföhring immer noch ein gemütliches Dorf sein will.

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