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Oldtimer-Fan Jürgen Meggle nutzt seinen Riley MPH Special auch im Alltag. Das Foto zeigt ihn in München. Bei der dreitägigen Oldie-Tour ADAC Bavaria Historic durch das Oberland fährt er das älteste Auto.

Oldtimer-Tour durch das Voralpenland

ADAC Bavaria Historic: Die Oldtimer-Botschafter  

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Einmal im Jahr treffen sich Oldtimer-Begeisterte Nahe von Bad Aibling: Jürgen Meggle, der einen Wagen von 1933 fährt, ist einer von ihnen. Er nimmt auch an einer dreitägigen Oldtimer-Tour durch das Oberland teil. Gemeinsam mit seiner Frau hofft der 54-Jährige auf den Sieg.

Maxlrain –Es dauert nur einen kurzen Moment, dann hat alles wieder seine Ordnung. Akkurat wischt Jürgen Meggle den kleinen Dreckfleck von der Motorhaube – und schon glänzt der Stolz des Oldtimer-Fans wieder in der Sonne. Es ist dem blauen Riley MPH Special nicht anzusehen, dass er 1933 vom Stapel ging. Weltweit gibt es nur eine überschaubare Zahl dieser schicken Flitzer längst vergangener Tage. „Das war damals ein Rennwagen. Unter der Haube schlummern 100 PS“, sagt Meggle stolz.

Der Wagen kann auf 160 Kilometer in der Stunde beschleunigen. „Aber über Tempo 120 macht es ehrlich gesagt keinen wirklichen Spaß, damit zu fahren.“ Da werde es schlicht ungemütlich, berichtet der 54-jährige Münchner. Er fährt seit 2005 auch Oldtimer-Touren.

Riley MPH Special: In dem Oldtimer steckt drei Jahre Arbeit

Meggle hat den Wagen vor elf Jahren in vielen Einzelteilen gekauft. In Hunderten Stunden Tüftelarbeit hat er es dann innerhalb von gut drei Jahren tatsächlich geschafft, dass das Auto so aussieht wie früher. Allerdings hatte bereits der erste Besitzer den Wagen von einem Viersitzer in einen Roadster mit zwei Sitzen umbauen lassen. Doch vieles an dem Wagen ist Meggle zufolge exakt so wie noch 1933. Manche Dinge, die es in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht gab, wie etwa ein Warnblinker, gehören aber auch für Oldtimer längst zur Pflichtausstattung. Gurte schreibt der Gesetzgeber bei diesem Baujahr dagegen nicht vor. Aber gefährlicher als Motorradfahren sei sein Hobby auch nicht, sagt Meggle.

Am Donnerstag konnte ein breites Publikum den Wagen des 54-Jährigen im Rahmen des vom ADAC Südbayern veranstalteten Maxlrainer Oldie Feeling bestaunen. Beim größten Oldtimer-Treffen Süddeutschlands waren laut Autoclub über 15.000 Besucher nach Maxlrain (Kreis Rosenheim) gekommen. Oldtimer-Begeisterte aus einer Vielzahl von Ländern präsentierten vor der herrlichen Schlosskulisse bei strahlendem Sonnenschein über 3000 historische Karossen.

Andreas Hahn und Bettina Lotter stellen ihren Trabant 601 (Baujahr 1967) zur Schau.

„Das Publikum war gut gemischt. Es kamen auch viele Familien aus der Region“, freute sich Fritz Schadeck, Sportleiter des ADAC Südbayern. Besucher konnten unter anderem mehrere zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gefertigte Automobile bestaunen. Vor allem jedoch waren spätere Jahrgänge zu sehen: Andreas Hahn und Bettina Lotter aus Neubiberg (Kreis München) etwa zeigten ihren 1967 gefertigten Trabant 601. Historische Rennautos sowie Motorräder drehten für die Zuschauer ihre Runden. Einzelne Besucher durften sogar als Co-Piloten mit dem unter vielen Autofans Kultstatus genießenden Audi S1 Sport quattro mitfahren.

Über 3000 alte Autos konnten die Besucher beim Maxlrainer Oldie Feeling bestaunen.

So läuft die Oldtimer-Tour durch das Voralpenland

Am späten Donnerstagmittag startete dann in Maxlrain die ADAC Bavaria Historic. Drei Tage dauert die Oldtimer-Tour durch das Voralpenland. „Damit auch ganz alte und wenig stark motorisierte Fahrzeuge die Strecke gut bewältigen können, wurde vor drei Jahren das Konzept geändert – hin zu einer touristischen Ausfahrt mit Gleichmäßigkeitsprüfungen“, sagt Schadeck.

Der Teilnehmer mit dem ältesten Wagen ist Meggle. Als Beifahrerin unterstützt ihn seine Frau Anja. Mit seinem „Riley Racing Team“ wolle er bei der Oldtimer-Rallye aber „nicht nur Spaß haben, sondern auch gewinnen“, wie er sagt. Ein Rennen im klassischen Sinne ist die Oldtimer-Tour aber nicht. Es geht nicht darum, wer als Erster ins Ziel kommt – die Fahrer müssen bestimmte Kriterien erfüllen, etwa exakt den vorgegebenen Weg fahren und eine bestimmte Sollzeit für jeden Abschnitt nicht überschreiten. Es gilt die Straßenverkehrsordnung.

Meggle ist schon seit seiner Jugend ein Autonarr, machte eine KfZ-Lehre und studierte später Maschinenbau. Seit vielen Jahren arbeitet er nun bei einem großen Fahrzeugbauer. Mitunter fährt er mit dem Wagen sogar in dem Urlaub, etwa an den Gardasee. „Ein Problem ist allerdings, dass man das Auto ja fast nirgends einfach stehen lassen kann – es ist ja offen.“

Der Unterhalt von Oldtimern ist nicht billig. Ersatzteile gibt es oft nur bei speziellen Werkstätten. Und Meggle muss mit seinem Kultauto regelmäßig zum TÜV. Was ihn sein Sammlerobjekt gekostet hat, will Meggle nicht in der Zeitung lesen. Klar ist: Bei den Preisen, die Sammler für Oldtimer bezahlen, gibt es eine große Bandbreite. „Einen alten 3er-BMW kann man mitunter schon für 5000 Euro erwerben, nach oben gibt es fast keine Grenze – ein Bugatti ging kürzlich für 16 Millionen Euro weg“, sagt der Münchner.

Ein Bub, der vorbeigeht und staunend auf seinen Wagen blickt, winkt Meggle freundlich zu. „Ich sehe mich auch als Botschafter für Oldtimer“, sagt er, bevor er losfährt.

Tobias Lill

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