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Susan Bobke

ADAC-Frau Bobke: Das sind ihre nervigsten Sprüche

München - Susan Bobke ist die einzige weibliche Pannenhelferin des ADAC in Bayern. Bei uns plaudert die 45-jährige Allgäuerin aus dem Werkzeugkistchen und erzählt die nervigsten Sprüche, die sie zu hören bekommt.

Nach 17 Jahren Berufserfahrung hat Susan Bobke jetzt ein Buch über ihr „Leben auf der Straße“ geschrieben.

Frau Bobke, was ist Ihre Lieblings-Anekdote?

Die Ausreden von Männern, die ihre Reifen nicht selber wechseln können, sind besonders unterhaltsam. Als Ausrede kommen immer wieder Sportverletzungen. Aber nicht ein kleiner Bandscheibenvorfall oder die Treppe runtergefallen, nein. Die sind dann gleich Mountainbike gefahren, haben Helikopterskiing gemacht. Diese Art zu flunkern finde ich lustig. Darauf muss man erst kommen!

Wie sind Sie zu diesem für eine Frau ungewöhnlichen Job gekommen?

Ursprünglich wollte ich Tierarzt werden wie mein Vater. Er meinte aber, dass das nichts für eine Frau sei. Dann wollte ich Automechanikerin werden – darüber hat er sich auch nicht gefreut (lacht). Ich habe aber keine Lehrstelle gefunden, weil es damals nicht üblich war, Frauen in dem Beruf auszubilden. Als ich schon beschlossen hatte, dass die Geschichte erledigt ist, bekam ich überraschend eine Lehrstelle angeboten. Dafür habe ich mein Germanistikstudium abgebrochen.

Wieso wollten Sie Kfz-Mechanikerin werden?

Ich hatte wohl zu viel Testosteron im Fruchtwasser. Ich habe schon als Kind mit Autos gespielt – und nicht mit Puppen. Ich mag auch Motorengerüche. Die riechen ja sehr intensiv – nach Staub, Abgas, Öl, Schmiere, Dreck – das mag ich einfach lieber als Haarspray.

Was ist das Schönste an Ihrem Beruf als Pannenhelferin?

Dass man vielen Leuten helfen kann, und die sich darüber wirklich freuen. Acht von zehn Autos, die ich antreffe, können gleich weiterfahren. Dieses Zwischenmenschliche liegt mir sehr – das hat man in einer Werkstatt ja nicht.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf nicht?

Die Wetterlage! Ich bin den Naturgewalten ausgesetzt. Und dieses nasse Regenwetter – wenn man da unters Auto muss... Oder offene Dieselleitungen – da stinkt man eine Woche lang. Da hadert man dann vielleicht schon mal kurz und denkt: „Hättest du mal was anderes gelernt...“

Wie ist das beim ADAC – so allein unter Männern?

Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Der eine Kollege hat mir eine Eisenstange geschenkt, der andere hat mir gezeigt, wo man nachts noch eine Lichtmaschine oder Ersatzteile kriegt. Das war sehr rührend. Die haben sich eigentlich sehr gefreut, dass ich da bin. Aber wenn man einen Meisterbrief gemacht hat, ist es für alle in dem Beruf klar, dass auch Kompetenz da ist.

Den Kunden auf der Straße ist das nicht immer klar. Da hören Sie öfter mal seltsame Sprüche. Wie reagieren Sie auf antiquiertes Rollenverständnis?

Darüber ärgere ich mich natürlich. Aber die Sprüche sind zum Glück weniger geworden. Ich sehe jetzt nicht mehr aus wie eine Studentin, die einen Ferienjob hat. Es kommt schon noch vor, dass jemand mit seinem schicken Audi da steht und mich fragt „Kennen Sie sich damit überhaupt aus?“ Aber das lasse ich einfach an mir abtropfen.

Werden Sie manchmal positiv überrascht?

Ja, es gibt auch Männer, die sagen „Ist ja toll, dass Sie das können“ und die es gut finden, dass auch Frauen einen solchen Beruf ausüben. Wir haben seit einigen Jahren eine Bundeskanzlerin und da würde ja auch niemand fragen „Kann die das überhaupt?“ – nur weil sie eine Frau ist.

Und wie reagieren Frauen auf Sie?

Die freuen sich meistens und finden es toll, dass das mal eine Frau macht. Ich hör auch manchmal „Das hätt’ ich auch gern gelernt früher“. Frauen haben damit eigentlich nie ein Problem. Männer sind oft irritiert. Für viele ist es schwer, sich überhaupt helfen zu lassen. Wenn der Mann dann im Auto noch seine Freundin dabei hat, hat er schon ein Problem damit, wenn ich den Reifen wechsle.

Gibt es bei den Geschlechtern auch Unterschiede im Umgang mit der Pannensituation an sich?

Ich habe den Eindruck, dass Männer ein bisschen gestresster sind, weil sie in einer Situation sind, in der sie sich selber nicht mehr helfen können. Wenn der Staubsaugerbeutel voll ist, macht es ihnen meistens nichts aus, nach Hilfe zu fragen. Aber beim Autofahren haben sie das Gefühl, selber dafür zuständig zu sein. Für viele Männer ist das Auto ihr „Baby“ – und wenn das krank ist, geht es auch dem Mann schlecht.

...und bei Frauen?

Die sind da flexibler und praktischer. Sie sind es gewohnt, dass mal was schief läuft, dass man umdisponieren muss. Zum Beispiel, dass die Kinder krank werden, wenn man es gerade nicht brauchen kann. Die Panne nervt sie, aber es ist nicht so, dass die Frau sich elend fühlt, nur weil ihr Auto nicht anspringt.

Interview: Janina Ventker

Die nervigsten Sprüche

Am Straßenrand muss sich Pannenhelferin Susan Bobke so einiges anhören. Eine Auswahl von Sprüchen, die die ADAC-Mitarbeiterin besonders genervt haben und ihre Antworten:

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