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Ärger unter den Befürwortern der dritten Startbahn: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

"Brotzeit im Gebüsch"

Ärger unter Startbahn-Freunden

München – Es kracht im Flughafen-Bündnis: Die CSU wirft SPD und Wirtschaft vor, sich vor einem Einsatz für die dritte Startbahn zu drücken.

„Ein Viertel der SPD war lasch dafür, drei Viertel lasch dagegen“, sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber in einer Sonder-Debatte des Landtagsplenums: „In die Büsche schlagen, Brotzeit machen, während die anderen arbeiten.“ Markus Blume (CSU) kritisierte, Oberbürgermeister Christian Ude habe auf Mykonos geurlaubt, statt für den Bürgerentscheid am Sonntag zu kämpfen.

Die scharfen Attacken waren am Vortag parteiintern besprochen worden. Die SPD reagierte überrascht. „Das ist unterste Schublade“, sagte der Münchner SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann unserer Zeitung. Die Vorwürfe gegen Ude persönlich seien „dummes Zeug. Kein anderer hat so viel deutlich gemacht, dass die Startbahn wichtig ist, wie Christian Ude“. Wen er hingegen nicht auf der Straße gesehen habe, sagte Pfaffmann, seien die Kollegen der CSU. Er riet im Landtag zu verbaler Abrüstung: „Wahlkampf schadet dem Projekt. Das sollten Sie lassen.“

CSU, SPD und FDP werben eigentlich gemeinsam für einen Ausbau des Flughafens. Im Landtag stehen Freie Wähler und Grüne dagegen. Christian Magerl (Grüne) bezweifelte den Bedarf einer dritten Piste. Die Zahl der Flugbewegungen werde heuer erst wieder den Stand von 2005 erreichen, sagte er.

Die Wut der CSU richtet sich indes auch auf Firmen. „Ich hätte mir von vielen aus der Wirtschaft stärkeren Einsatz gewünscht“, klagte Huber. Mehrere große Konzerne, darunter BMW, hatten abgewunken, berichten Beteiligte. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) mahnte „beim ein oder anderen mehr Intensivität“ an. Aus der Befürworter-Allianz scherte hingegen der Freisinger Florian Herrmann (CSU) aus. „Wir sind in der Region nicht bereit, weitere Belastungen zu akzeptieren“, sagte er. Auch Herrmann stellte den Bedarf einer dritten Piste infrage. Er nannte den Bürgerentscheid in München „grotesk“.

cd

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