Ärzte an Uni-Kliniken streiken

München - Die Mediziner von Uni-Kliniken rüsten zum Streik. Fünf Einrichtungen in Bayern sind betroffen. Ab wann sich Patienten auf längere Wartezeiten gefasst machen müssen:

Die Patienten von Unikliniken müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen. Fünf Jahre nach den ersten großen Ärztestreiks rüsten die Mediziner erneut zum Ausstand. Bei einer Urabstimmung der Klinikärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (MB) votierten 97,4 % für einen Arbeitskampf. Der Streik soll bundesweit am 7. November starten. In Bayern sind fünf Kliniken betroffen. Die Länder als Arbeitgeber zeigten kein Verständnis.

Der Marburger Bund hatte die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für die 20 000 Ärzte an Unikliniken Ende September nach fünf Verhandlungsrunden für gescheitert erklärt. Die Ärztegewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Gehalt und deutlich höhere Zulagen für Nachtschichten.

Die TdL reagierte mit Unverständnis auf die Streikankündigung. Diese sei vollkommen unangemessen, sagte der TdL-Vorsitzende und niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring. Er forderte die Gewerkschaft auf, ihre „unrealistischen Forderungen“ zu überdenken und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Ein Streik auf dem Rücken der Patienten ist unnötig, ärgerlich und nicht verantwortbar.“

In Oberbayern sind vom Streik die Universitätskliniken der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in der Innenstadt und Großhadern sowie das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität (TU) betroffen. Darüber hinaus soll auch in Würzburg, Erlangen und Regensburg gestreikt werden. Wie viele Ärzte sich an dem Arbeitskampf beteiligen, ist noch unklar. „Die Ärzte sind äußerst wütend und enttäuscht“, sagt die Sprecherin des Marburger Bundes in Bayern. Insgesamt sind an den Münchner Unikliniken etwa 2700 Mediziner beschäftigt. Rund 300 sind allerdings verbeamtet und dürfen sich daher nicht am Ausstand beteiligen.

Der Marburger Bund rechnet durch den Streik mit tagelangen Verzögerungen für Nicht-Notfall-Behandlungen und Verschiebungen von geplanten Eingriffen. Die Notfallversorgung bleibe allerdings jederzeit gewährleistet, betonte die Gewerkschaft.

sha

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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