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Mediziner fordern mehr Plätze für Studenten

Ärztemangel in Bayern- Über vielen Regionen schwebt „Damoklesschwert“

Nürnberg - In 12 von 82 Regionen in Bayern herrscht oder droht ein Hausarztmangel. Viele Mediziner werden zudem in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen.

Im Kampf gegen den Ärztemangel auf dem Land muss nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) mehr getan werden. „In einigen Regionen haben wir bereits eine Unterversorgung“, sagte eine KVB-Sprecherin am Mittwoch. Das betreffe Hausärzte und auch Fachärzte. „Langfristig werden viele Ärzte in Ruhestand gehen, weil der Altersschnitt sehr hoch ist.“ Um die frei werdenden Stellen nachbesetzen zu können, müsse unter anderem die Allgemeinmedizin an den Unis attraktiver gemacht werden. „Die wird bisher etwas stiefmütterlich behandelt.“ Für junge Ärzte müssten die Bedingungen auf dem Land zudem attraktiver gestaltet werden.

Eine Unterversorgung mit Hausärzten gibt es laut KVB bereits in den zwei sogenannten Planungsbereichen Ansbach-Nord und Feuchtwangen. In 10 weiteren von insgesamt 82 Bereichen droht eine Unterversorgung. Ende Januar hatte die KVB neue Förderprogramme für drei dieser Regionen ausgeschrieben - Essenbach (Niederbayern), Hirschaid (Oberfranken) und Moosburg (Oberbayern). Hausärzte können hier Fördergelder erhalten - etwa bei einer Niederlassung oder Praxisnachbesetzung.

Numerus clausus abschaffen?

Der unterfränkische KVB-Vorstandsbeauftragte Christian Pfeiffer sagte dem Bayerischen Rundfunk: „In laut Karte regelversorgten Regionen sieht es aber teilweise so aus, dass die Ärzte deutlich über 70 sind. Es müsste erst jemand ohne Nachfolger aufhören, bevor ein Mangel sichtbar wird. Der Patient spürt es zwar noch nicht - aber über jeder Region schwebt so ein Damoklesschwert.“

Einige Ärzte fordern mehr Plätze für Medizinstudenten. Und der niederbayerische KVB-Regionalvorstand Gerald Quitterer schlug vor, den Numerus clausus abzuschaffen - also die Beschränkung von Studienplätzen auf Abiturienten mit einem bestimmten Notendurchschnitt. Das sei in Zeiten des Nachwuchsmangels nicht mehr zeitgemäß, sagte er dem BR.

In Nürnberg fand am Mittwoch eine Fachtagung des Kommunalbüros für ärztliche Versorgung statt. Es berät Städte und Gemeinden im Kampf gegen den Ärztemangel. Das Büro habe seit der Gründung im Jahr 2012 bereits 285 Beratungsfälle von Gemeinden, Landkreisen oder kommunalen Zusammenschlüssen betreut, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Immer mehr Städte und Gemeinden suchten hier Rat.

dpa

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