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Franz Fischler, früherer EU-Agrarkommissar, kennt Bayern gut.

Agrar-Schwergewicht als Visionär

München - Für die Bauern wird es künftig nicht leichter. Deshalb soll der frühere EU -Agrarkommissar Franz Fischler in Bayern mit einer Kommission ein Konzept zum Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft entwickeln.

Das Jahr 2013 ist ein magisches Datum für die Landwirte: In dem Jahr startet eine neue Finanzierungsperiode für die europäische Agrarpolitik. Schon jetzt hat das Gezerre um den milliardenschweren Etat begonnen. Während Deutschland darum kämpft, dass die bislang 55 Milliarden Euro für die Förderung und Unterstützung der europäischen Landwirtschaft in der bisherigen Höhe erhalten bleiben, versuchen etwa die Briten, den Agrarhaushalt deutlich herunter zu fahren. Oder die neuen Beitrittsländer, gleichhohe Direktzahlungen zu bekommen. Und dies alles unter dem Vorzeichen, dass die Erzeugerpreise in den Keller gerauscht sind. In dieser Gemenge-Lage muss sich auch Bayern Gedanken machen, wie die Agrarpolitik ausgerichtet wird.

Agrarminister Brunner erhofft sich von der Kommission Rückhalt für die Bauern.

„Mit welchen Mitteln kann die bäuerliche Landwirtschaft in unseren Regionen flächendeckend erhalten werden? Was ist uns unsere Landwirtschaft und die Kulturlandschaft wert?“ Diese Fragen müssen nach Überzeugung von Agrarminister Helmut Brunner bald beantwortet werden. Der Niederbayer weiß, dass eine künftige finanzielle Unterstützung der Landwirte nur in einem gesellschaftlichen Konsens zu erreichen ist. Daher ruft er heute mit Ministerpräsident Horst Seehofer in München die „Zukunftskommission Landwirtschaft“ ins Leben.

Mit dem „Leittier“ an der Kommissions-Spitze ist Brunner ein Coup gelungen: Er konnte den früheren EU -Agrarkommissar Franz Fischler dafür gewinnen. Der Österreicher ist nicht nur ein exzellenter Kenner der Agrarpolitik – aus seiner Heimat sind ihm auch die Probleme kleinstrukturierter bäuerlicher Landwirtschaft bekannt.

Brunner weiß, dass eine solche Kommission mit Risiken behaftet ist. Es ist nicht nur der offene Konflikt zwischen dem Bauernverband und dem BDM, der die Arbeit erschweren könnte, auch zwischen Naturschützern und Landwirten gibt es Streitthemen – etwa wenn es um Grenzen der Bewirtschaftung auf Naturschutzflächen geht.

Sollten die EU -Mittel für die Direktzahlungen an die Bauern gesenkt werden, müssten neue Wege gefunden werden, wie Höfe unterstützt werden können. „Nicht als Subvention, sondern als Leistung für eine Gegenleistung“, erklärt der Minister. Und meint damit, dass Landwirten ihre landschaftspflegerischen Leistungen stärker entgolten werden könnten. BDM-Chef Romuald Schaber begrüßt die Einrichtung der Kommission: „Wir sagen schon lange, dass Landwirtschaft auch eine ganz wichtige Aufgabe der Gesamtgesellschaft ist. Ja klar, wir sind dabei.“ Matthias Borst vom Bayerischen Bauernverband bestätigt: „Wir sind bereit, uns so gut es geht einzubringen.“ Entscheidend sei, was rauskommt.

Man darf darauf gespannt sein, welche Ideen die Kommission entwickelt – und zwar innerhalb eines guten halben Jahres. Der energische Fischler wird die Truppe schon zur Arbeit anhalten.

Von Claudia Möllers

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