Erster Nachwuchs da

Agrarminister Helmut Brunner fordert „wolfsfreie Zonen“

Am Freitag wurde der erste Wolfsnachwuchs in Bayern seit rund 150 Jahren gemeldet. Nun fordert Agrarminister Helmut Brunner (CSU) eine Regulierung des Bestandes - auch durch Abschüsse.

München - Mit der Forderung nach wolfsfreien Zonen hat Agrarminister Helmut Brunner (CSU) auf Meldungen über das erste Wolfsrudel in Bayern reagiert. Er plädierte in der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag) für einen gelockerten Schutzstatus des Wolfes und im Einzelfall auch für Abschüsse, um den Bestand zu regulieren. „Anders kann ich mir ein funktionierendes Nebeneinander von Wolf und Landwirtschaft schwer vorstellen.“ Auch der Bayerische Bauernverband hatte bereits verlangt, der strenge Artenschutz müsse gelockert und einzelne Tiere notfalls auch erlegt werden dürfen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn kritisierte die Vorschläge scharf. „Kaum gibt es in Bayern Wolfswelpen, fällt der CSU nichts anderes ein, als sie abknallen zu wollen.“ „Brunners „wolfsfreie Zonen“ sind bei einem Tier, dass so weit wandert und neue Reviere sucht, totaler Quatsch - eine Umsetzung dieses Vorschlages würde auf massive Abschüsse hinauslaufen.“ Das europäische Naturschutzrecht sehe für Wölfe einen „günstigen Erhaltungszustand“ vor, der noch lange nicht erreicht sei. Es gehe vielmehr um mehr Investitionen in die Prävention, um Nutztiere zu schützen.

Am Freitag hatte das Bayerische Landesamt für Umwelt (Lfu) drei Jungtiere im Bayerischen Wald gemeldet, der erste Wolfsnachwuchs in Bayern seit rund 150 Jahren. Umweltschützer reagierten erfreut, verlangten aber ebenfalls Unterstützung für Schäfer und Weidehalter.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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