Auf den Kopf gestellt: Das ungewöhnliche Gartenhaus im Aindlinger Stadtteil Stotzard sorgt bundesweit für Aufsehen – und für mehrere Fast-Auffahrunfälle. Foto: dpa

Ungewöhnliches Bauprojekt

Darum steht dieses Gartenhaus Kopf

Aindling - Verkehrte Welt in Aindling bei Augsburg: German Golling hat sein Gartenhaus einfach auf den Kopf gestellt. Ein Gag sollte es sein. Mit den Reaktionen, die sein einzigartiger Bau auslöst, hat der Bauherr allerdings nicht gerechnet.

Eigentlich wollte German Golling schon viel weiter sein. Mit Dachplatte und Rollokästen-Imitate wollte er fertig sein, der Innenausbau sollte in den letzten Zügen liegen. Extra zwei Wochen Urlaub hat sich der selbstständige Möbel- und Küchenmonteur genommen, um all diese Arbeiten zu erledigen. „Das hätte ich mir auch sparen können“, brummt Golling. „Ich bin zu so gut wie nichts gekommen.“ Der 39-Jährige hat die Reaktionen auf sein neues Gartenhaus schlichtweg unterschätzt. „Ich werde ständig von Schaulustigen angesprochen, die mit mir über das Haus reden wollen.“

Fast schlimmer seien jedoch die Autofahrer, die an dem Grundstück vorbeifahren, um für den besseren Blick lautstark mit quietschenden Reifen abzubremsen. „Das geht in der Früh um 6.30 Uhr los“, erzählt Golling. An Schlaf sei für ihn und seine Freundin dann nicht mehr zu denken. Viele Male sei es auch beinahe zu Auffahrunfällen gekommen. „Und das alles wegen meines Gartenhauses...“ Golling ist darüber immer noch verwundert.

Nun ist dieses Gartenhaus aber tatsächlich ein besonderes: Es steht auf dem Kopf und ist zudem, im Maßstab 1 zu 2, eine exakte Kopie des Haupthauses. „Das Gartenhaus hatte ich mir als Gag für die Stotzarder ausgedacht“, sagt Golling. „Ich wollte, dass die Leute etwas Lustiges sehen, wenn sie auf unserer Straße Richtung Augsburg zur Arbeit fahren.“

Rund 200 Einwohner hat Stotzard. Und wäre es nach Golling gegangen, hätte sich der Bekanntheitsgrad seines Gartenhauses auf die Stotzarder beschränkt. Nun ist es anderes gekommen. Sein Gartenhaus sorgt mittlerweile bundesweit für Aufsehen. Er bekommt Anfragen von Radio- und Fernsehstationen, Fotos des Hauses tauchen in den sozialen Netzwerken auf. „Dass so etwas passiert, hätte ich mir nie vorstellen können“, sagt der Bauherr, dem der Rummel allmählich zu viel wird. „Es wird Zeit, dass sich das wieder legt“, sagt er. Wobei er aber auch ein bisschen stolz ist, ob des Interesses, das sein Gartenhaus hervorruft.

Drei Jahre lang hat er die Idee von dem umgedrehten Gartenhaus mit sich herumgetragen. Als gelernter Bauzeichner hat er das Haus selbst entworfen. Gebaut hat es ihm dann der Zimmermann, der ihm 2011 schon sein Haupthaus errichtet hat. Der Zimmerer habe ihn anfangs für verrückt erklärt, als er ihm die Pläne für das umgedrehte Gartenhaus brachte. Aber er habe sich schnell überzeugen lassen. „Der versteht auch jeden Spaß“, sagt Golling.

Lange haben die beiden an dem Bau getüftelt und immer wieder Winkel und Neigung verändert. Ziel war die exakte Kopie des Haupthauses. „Da stimmt jetzt alles“, sagt Golling. „Von der Anordnung der Fenster bis zu allen Abmessungen.“ Probleme mit der Genehmigung gab es auch nicht, von daher stand dem Bau Anfang August nichts mehr im Wege.

18 bis 20 Quadratmeter Stellfläche wird das Gartenhaus haben. Es soll, trotz seines ungewöhnlichen Aussehens, ganz profan als Unterstellraum für Rasenmäher, Gartenwerkzeug und Überwinterungsplatz für Pflanzen dienen.

Dafür muss es aber fertig werden. Golling ist fest entschlossen, bis September alle Arbeiten an seinem Gartenhaus abgeschlossen zu haben. Rummel hin oder her.

Beatrice Ossberger

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