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Leonhard Welzmiller freut sich als Verbandschef der Milcherzeuger über steigende Butterpreise.

Agrar

Aldi zahlt mehr Geld für die Butter

München - Ein erstes positives Signal für die Milchbauern: Aldi zahlt in den kommenden beiden Monaten den Molkereien um die 20 Cent mehr pro Kilo Markenbutter. Eine Trendwende zu höheren Milchpreisen ist aber noch nicht in Sicht.

Der Discounter Aldi ist traditionell der erste Handelspartner, mit dem Molkereien über Preise verhandeln. Und die waren offensichtlich erfolgreich. Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) verkündete am Freitag, dass die Molkereien beim Handel für die kommenden beiden Monate eine Preiserhöhung um mehr als 20 Cent pro Kilo Butter hätten durchsetzen können.

„Endlich gibt es für die Milchbauern auch einmal positives zu vermelden“, freut sich VMB-Vorsitzender Leonhard Welzmiller. Dieses positive Signal müsse nun auch auf die Preisverhandlungen bei anderen Milchprodukten übertragen werden, damit auch dort der Preisrückgang gestoppt wird, hofft der Milchbauer, der auf seinem Hof in Weil bei Landsberg/Lech 110 Milchkühe stehen hat.

Welzmiller weiß, dass nur zehn Prozent der bayerischen Milch zu Butter verarbeitet werden. Jetzt komme es darauf an, ob man für Käse, Joghurt und Quark den Effekt mitnehmen könne. Er denkt an das Jahr 2007, in dem im August plötzlich der Butterpreis um 50 Prozent gestiegen war. „Da haben die anderen Produkte nachgezogen.“ Natürlich war damals eine andere Situation – Milch war auf dem Weltmarkt begehrt. Inzwischen gibt es Milch im Überfluss.

DBV: Lichtblick für Preisverhandlungen

Das sei ein Lichtblick für die kommenden Preisverhandlungen, wertete der Deutsche Bauernverband dieses Ergebnis. Denn die Milcherzeuger machten derzeit die schlimmste Krise seit Jahrzehnten durch. Damit die Milcherzeuger wieder ein stabiles Einkommen erwirtschaften können, bedürfe es aber einer Preisanhebung aller Milchprodukte im Lebensmitteleinzelhandel, insbesondere bei der Trinkmilch. Ein Milcherzeuger bekomme aktuell nicht einmal die variablen Produktionskosten durch die Erzeugererlöse gedeckt.

„Grundsätzlich ist es gut, dass ein Preisanstieg gelungen ist“, zeigt sich Susanne Nüssel vom Verband der bayerischen privaten Molkereien vom jüngsten Verhandlungsergebnis erfreut. „Es ist ein gutes Signal, aber bitte keine Euphorie.“ In anderen Bereichen gebe es leider keine deutlichen Anzeichen für eine Trendwende. Man hoffe aber, dass die Talsohle erreicht sei. Für die bayerischen Bauern könne es aber noch dauern, bis es höhere Milchauszahlungspreise gebe. Grundsätzlich ist Nüssel auch der Meinung, dass man mit dem Auf und Ab der Preise in einem liberalisierten Milchmarkt leben müsse.

Vorsichtig reagiert Balthasar Brandhofer, bayerischer Vorsitzender vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). „An eine Trendwende glaube ich noch nicht. Dafür ist es mir noch zu wenig. Vielleicht macht sich die Intervention (die Europäische Union nimmt Butter vom Markt, um den Preis zu stützten, A.d.R.) bemerkbar“, sagte er auf Nachfrage. Letztlich stabilisiere sich der Preis auf einem niedrigen Niveau. „Man muss auch erst einmal sehen, was davon bei den Milchbauern ankommt.“ Nach wie vor gelte: „Es ist immer noch zu viel Milch auf dem Markt.“

Von Claudia Möllers

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