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Konzentration pur: Für seinen Weltrekordversuch wagte sich Alexander Schulz in hundert Meter Höhe auf eine wackelige Slackline. 

In schwindelerregender Höhe

Rosenheimer Slackliner läuft Weltrekord

München - Der Profislackliner Alexander Schulz aus Rosenheim war auf einer ganz besonderen Mission in China. Im chinesischen Yanshou stellte er einen neuen Weltrekord im Highlinen auf.

Mitte November reiste der Rosenheimer Profislackliner (darunter versteht man vereinfacht gesagt das Balancieren auf einem gespannten Seil) Alexander Schulz zu einer ganz besonderen Mission nach China. Eigentlich sollte er in der Provinz Zhejiang mit seiner Stunt-Show für mehr Tourismus sorgen. Doch nach der erfolgreichen Veranstaltung reiste der 23-Jährige nach Yangshuo, einer Stadt in der kleinen Provinz Guangxi. Das Ziel: ein neuer Weltrekord im Highlinen.

Dabei waren die Voraussetzungen für das ehrgeizige Vorhaben des jungen Extremsportlers alles andere als günstig. "Zunächst mussten wir uns den Weg mit Macheten freischlagen. Das Legen der Verbindungsseile war sehr nervenaufreibend, immer und immer wieder verhakten sich unsere Seile im Dschungel", erzählt Schulz. Auch die Angst vor dem Scheitern war für den 23-Jährigen allgegenwärtig. "Ich hatte oft Zweifel, ob wir es schaffen können. Einzig allein die Vorstellung, dass es möglich sein muss, gab uns die nötige Motivation weiterzumachen."

Die spektakulären Bilder der Aktion

Regen und Wind: Erschwerte Bedingungen beim Weltrekord-Versuch

Immer wieder rutscht Alexander Schulz von der Highline: Regen und Wind erschweren seinen Weltrekordversuch über Tage.

Nach langem Suchen fand Schulz zusammen mit seinem Team die perfekte Stelle für seinen waghalsigen Versuch. In hundert Metern Höhe spannten sie ein 375 Meter langes Band zwischen zwei Kalkfelsen. Der Weltrekord im Highlinen lag zu diesem Zeitpunkt bei einer Distanz von 305 Metern. Die Wetterbedingungen waren für Schulz alles andere als günstig. Regen und Wind machten die Line rutschig und wackelig. Schulz war zwar am Seil gesichert und drohte nicht in die Tiefe zu stürzen. Trotzdem war es Akrobatik unter allerschwierigsten Voraussetzungen.

Er brauchte mehrere Tage für seinen Weltrekordversuch, bis es am 19. November endlich klappte: In 40 Minuten erreichte der 23-Jährige das andere Ende der Slackline. "Ich habe während dem Laufen nicht daran gedacht, mein Ziel zu erreichen, sondern mich nur auf den Moment konzentriert. Es war nicht leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren, als mir der Wind im letzten Drittel ordentlich reingefahren ist und die Slackline aufgeschaukelt hat", erzählt er nach der Aktion.

Schulz lief bereits zwischen Gletscherkabinenbahnen auf der Zugspitze

Bereits in der Vergangenheit hat Schulz mit seinen Aktionen für Aufsehen gesorgt. Erst im Juli diesen Jahres gelang ihm die Begehung einer Cablecar-Highline, gespannt zwischen zwei Gletscherkabinenbahnen auf der Zugspitze. Mitte August stellte er auf Helgoland einen neuen Weltrekord im Slacklinen über Wasser auf. Stolz auf seine Erfolge ist auch Timo Schneckenburger, Sponsor von Schulz: "Alex ist ein klasse Typ, der nie sein Ziel aus den Augen verliert – egal welche Herausforderung vor ihm liegt. Ich bin mir sicher: Gemeinsam werden wir noch so manchen Balanceakt wagen."

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