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Es ist weiterhin unklar, wer für den Stahlseil-Vorfall auf der ICE-Strecke in Richtung München verantwortlich ist.

Kurz vor den bayerischen Landtagswahlen

Attacke auf ICE nach München: War es ein „einsamer Wolf“?

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Unbekannte haben auf der Strecke zwischen Nürnberg und München ein Stahlseil über die Gleise gespannt. War es ein Terroranschlag? Am Tatort wurde ein Drohschreiben gefunden.

  • Auf der ICE-Strecke zwischen München und Nürnberg hat es am 7. Oktober einen gefährlichen Zwischenfall gegeben.
  • Der Lokführer des IDC 821 hörte gegen 23.15 Uhr ein komisches Geräusch. 
  • Später stellte sich heraus, dass die Täter ein Stahlseil gespannt hatten.
  • Außerdem wurde am Tatort bei Allersberg (Kreis Roth) ein Drohschreiben in arabischer Sprache gefunden. 
  • Video: War das Stahlseil ein geplanter Terror-Anschlag?

Update vom 7. November, 9 Uhr: Wer steckt hinter der Attacke auf einen ICE nach München?

Es ist weiterhin unklar, wer hinter der Attacke auf einen ICE auf der Strecke zwischen Nürnberg und München steckt. Wie das Bayerische Landeskriminalamt bereits am Dienstag mitteilte, werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Laut Experten sei ein Bezug zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat "sehr unwahrscheinlich". 

Wie die Bild mit Bezug auf die Polizei berichtet, seien sogenannte „einsame Wölfe“ denkbar. Der Begriff beschreibe demnach Islamisten, die in Deutschland leben und sich selbst radikalisieren würden. Weiterhin sei es jedoch laut eines Ermittlers möglich, dass Rechtsextremisten für die Attacke verantwortlich seien, so der Bericht weiter.

Update vom 6. November, 16.45 Uhr: Innenminister Herrmann findet Drahtseil-Anschlag „ganz ungewöhnlich“ 

München/Allersberg - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Fall des über eine ICE-Strecke gespannten Drahtseils für sehr außergewöhnlich. „Das ist eine ganz ungewöhnliche Art eines Anschlagversuchs“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Es ist klar, dass man einen solchen Anschlag auf eine Hochgeschwindigkeitstrasse der Deutschen Bahn schon sehr ernstnehmen muss.“ Bislang habe es keinen vergleichbaren Fall gegeben. Es gebe derzeit wenig belastbare Hinweise darauf, ob ein solcher Anschlag bei Gelegenheit wieder passieren könne.

Die Ermittler des bayerischen Landeskriminalamts gehen in dem Fall inzwischen von zwei Tatorten aus, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Der Fundort von Resten des Drahtseils liege etwa dreieinhalb Kilometer vom Fundort eines mehrseitigen Drohschreibens in arabischer Sprache sowie von Holz und Eisenteilen, die vermutlich auf oder an den Schienen befestigt waren. Daneben entdeckte die Polizei zudem ein Graffiti mit arabischen Schriftzeichen. Bei dem Vorfall Anfang Oktober wurde ein ICE beschädigt, verletzt wurde niemand.

dpa

Update vom 6. November, 10.40 Uhr: Ermittlungen gehen weiter

Wie das Bayerische Landeskriminalamt, das in dem Fall des versuchten Anschlags auf einen ICE zwischen Nürnberg und München mit der Generalstaatsanwaltschaft München und der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) zusammenarbeitet, mitteilt, wird derzeit weiter in alle Richtungen ermittelt. 

Bei einer weiteren, umfassenden Absuche der Schienentrasse am 31. Oktober, bei der mehr als 150 Polizeibeamte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, des Polizeipräsidiums Mittelfranken, der Bundespolizei und des bayerischen Landeskriminalamtes eingesetzt waren, konnten zudem weitere Holz- und Eisenteile aufgefunden werden. Diese waren in Art und Beschaffenheit den bereits vorher sichergestellten Gegenständen ähnlich. Außerdem wurden weitere Brieffragmente gefunden.

Die sichergestellten Gegenstände werden derzeit im Kriminaltechnischen Institut des Bayerischen Landeskriminalamtes untersucht. Die Bewertung des Drohschreibens erfolgt fortlaufend unter Berücksichtigung des aktuellen Ermittlungsstandes seitens des Bayerischen Landeskriminalamtes, in enger Zusammenarbeit mit der Operativen Fallanalyse und dem BKA. Es liegen keine konkreten Drohungen vor. In dem Schreiben werden lediglich abstrakte Drohungen gegen den europäischen Bahnverkehr ausgesprochen. Nach Erkenntnissen des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden gleichartige oder ähnliche Manipulationen an Bahnstrecken in Deutschland auch rückwirkend bislang nicht festgestellt.

Hinweise auf verdächtige Personen oder verdächtige Wahrnehmungen nimmt das Bayerische Landeskriminalamt unter 0800/300 00 60 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

mm/tz

Update vom 5. November, 14.55 Uhr: Hinweise auf möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund

Nachdem Unbekannte ein Stahlseil über die ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München gespannt haben, gehen Ermittler Hinweisen auf einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund nach. "Wir halten es für möglich, dass es sich um einen radikalisierten Einzeltäter aus dem extrem rechten Milieu handelte, der kurz vor der Landtagswahl in Bayern Stimmung gegen Flüchtlinge provozieren wollte", sagte ein Ermittler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland laut einer Vorabmeldung vom Montag.

Wie es in dem Bericht unter Berufung auf Sicherheitskreise weiter hieß, waren knapp drei Wochen nach dem Anschlag zwar Zettel mit arabischen Schriftzeichen in der Nähe der Trasse und zwei Tage später weitere Flugblätter ähnlichen Inhalts gefunden worden, die an das bayerische Landeskriminalamt übergeben wurden. Sinngemäß heiße es darin, solange die EU den Kalifatsstaat angreife, würden weitere Anschläge auf die Bahn stattfinden.

Allerdings hätten die Texte aus einschlägig bekannten Internetforen gestammt, seien frei verfügbar und könnten leicht von jedem anderen verwendet werden. Ein Bezug zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sei aber "sehr unwahrscheinlich", hieß es weiter. Möglich sei dagegen, dass diese Schreiben verwendet wurden, um eine Verbindung zur islamistischen Szene vorzugaukeln.

ICE-Anschlag zwischen Nürnberg und München: IS-Hintergrund wird überprüft 

Update vom 4. November, 16.05 Uhr: Einen Monat nach einem schweren Zwischenfall mit einem gespannten Stahlseil auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München ist noch unklar, wer hinter der Tat steckt. Am Tatort war ein Drohschreiben in arabischer Sprache entdeckt worden. „Wir nehmen das Drohschreiben ernst. Der IS-Bezug wird aber noch geprüft“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) München der Welt am Sonntag. Aus Ermittlerkreisen heiße es: „Ziel war ein Anschlag mit vielen Toten und Verletzten“. 

Beim LKA sei kürzlich eine Besondere Aufbauorganisation „Trasse“ eingerichtet worden, in der 50 Ermittler an der Aufklärung des Falls arbeiten, hieß es. An der Ermittlungsgruppe sei auch das Bundeskriminalamt beteiligt, das derzeit eine Analyse und Bewertung der Attacke vornimmt. Wie die Zeitung weiter berichtet, war das Seil Ermittlern zufolge zu dünn, um den Zug entgleisen zu lassen.

Update vom 31. Oktober, 16.15 Uhr: Beim Absuchen der Gleise wurden Gegenstände sichergestellt

Update vom 31. Oktober, 16.15 Uhr: Zur Aufklärung des gefährlichen Vorfalls  des gespannten Drahtseils über einer ICE-Strecke haben am Mittwoch, 31. Oktober, mehr als 150 Polizisten die Gleise bei Allersberg im Landkreis Roth abgesucht. Es seien einige Gegenstände sichergestellt worden, berichtete Ludwig Waldinger vom bayerischen Landeskriminalamt. Diese sollten nach München gebracht und dort genauer untersucht zu werden - beispielsweise auf DNA-Spuren. Eine heiße Spur zu den Tätern haben die Ermittler noch nicht. 

Die Bereitschaftspolizei schritt die Gleise in Ketten systematisch ab, erklärte Waldinger. Spurenexperten nahmen die verdächtigen Gegenstände auf. Um was es sich genau handelte, wollte Waldinger nicht sagen. Wegen der Aktion wurde die Schnellfahrstrecke für mindestens zwei Stunden gesperrt. Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn wurden ICEs und Regionalbahnen umgeleitet. Züge im Fernverkehr seien deswegen vereinzelt verspätet gewesen, Züge im Regionalverkehr vereinzelt ausgefallen.

In dem Fall ermittelt auch die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus, weil in der Nähe des Tatorts ein Drohschreiben in arabischer Sprache entdeckt wurde.

ICE rast auf Strecke in Drahtseil: Weiterer Anschlag geplant?

Update vom 31. Oktober 2018, 6.50 Uhr: War die Attacke auf einen ICE zwischen Nürnberg und München erst der Anfang? Wie die Bild berichtet, befürchten Behörden, dass es in Deutschland zu einem weiteren Anschlag auf einen ICE kommen könnte. Dabei bezieht sich das Boulevardblatt auf interne Unterlagen der Bundespolizei, die der Zeitung vorliegen sollen.

Offenbar soll in dem Drohbrief, der in Tatortnähe gefunden worden war, stehen, dass so lange Attacken auf den europäischen Bahnverkehr verübt werden, bis Europa aufhöre, den IS zu bekämpfen. 

Wie die Bild weiter berichtet, nehme das bayerische Landeskriminalamt (LKA) diese Drohung sehr ernst. Schon bald solle die zweithöchste interne Warnstufe ausgerufen werden. Außerdem sollen die Sicherheitsvorkehrungen bereits stark erhöht worden sein.

Nachrichten vom 30. Oktober: ICE-Strecke München/ Allersberg wird erneut abgesucht

Update am 30. Oktober, 19.48 Uhr: Im Fall des auf einer ICE-Strecke gespannten Stahlseils wollen die Ermittler die Schienen erneut absuchen. Wann dies geschehen soll, war zunächst unklar. 

Nach Angaben eines Sprechers des bayerischen Landeskriminalamts vom Dienstag setzen die Ermittler zudem auf Zeugen, die in der Gegend um den Tatort bei Allersberg im Kreis Roth wohnen. Hilfreich seien Menschen, die regelmäßig an der Bahnstrecke – etwa mit Hund, Pferd oder Fahrrad – unterwegs seien und verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Unbekannte hatten Anfang Oktober ein Stahlseil auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München gespannt und einen Zug damit beschädigt.

Möglicher Terroranschlag: Wie gefährlich war das Stahlseil wirklich?

Update am 30. Oktober, 13.31 Uhr: 

Die Polizei hat nach dem schweren Zwischenfall auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München offenbar noch keine heiße Spur. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag mitteilte, gibt es derzeit keine weiteren Erkenntnisse zu dem Vorfall, bei dem am 7. Oktober bei Allersberg (Landkreis Roth) in Mittelfranken ein ICE gegen ein über die Strecke gespanntes Stahlseil fuhr. Derzeit werden noch Gutachten erstellt, auch aus ermittlungstaktischen Gründen gebe es im Moment keinen Erkenntnisstand mitzuteilen, hieß es.

Bei der Kollision des ICE mit dem Stahlseil war die Frontscheibe des Triebzuges beschädigt worden. Ein am Tatort gefundenes Drohschreiben sowie ein Graffito an einem Brückenpfeiler in arabischer Sprache werden laut LKA derzeit ausgewertet. Ob es sich um einen Anschlag handelt, sei jedoch noch unklar, die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus ermittelt ebenfalls.

Das Eisenbahnbundesamt prüft derzeit außerdem, was schlimmstenfalls bei dem Ereignis hätte geschehen können. Der Vorfall wurde erst am Montag bekannt, da der Tatort und die Ursache des Schadens vorher nicht gefunden wurden, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München erklärte.

Möglicher Terroranschlag auf ICE: Drohbrief übersetzt

Update am 29. Oktober, 21.27 Uhr: Nachdem Drahtseil-Anschlag auf den ICE machten die Ermittler einen brisanten Fund: ein Drohschreiben, das in arabischer Sprache verfasst worden war, sowie ein arabisches Graffito an einem Brückenpfeiler.

Das Drohschreiben wurde inzwischen übersetzt, es sei allgemein gehalten, „ohne auf ein konkretes Ereignis hinzuweisen“, sagte Ludwig Waldinger, Sprecher beim Bayerischen Landeskriminalamt, Orte oder Zeiten würden nicht genannt. „Wir nehmen es trotzdem sehr ernst.“ Das Schreiben werde weiter untersucht. Das Landeskriminalamt bewertet den Vorfall als gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr. Wegen des Drohschreibens ermittelt auch die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus. Passagiere dürften von der Seil-Attacke nichts mitbekommen haben.

Möglicher Terroranschlag auf ICE in Richtung München: Drohbrief am Hauptbahnhof entdeckt

Update am 29. Oktober, 11.50 Uhr: Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es am 7. Oktober gegen 23.15 Uhr zu einem gefährlichen Zwischenfall bei der Fahrt des ICE 821 in Richtung München. Kurz nachdem der Zug den Hauptbahnhof Nürnberg verlassen hatte, bemerkte der Lokomotivführer auf Höhe Allersberg in Mittelfranken ein verdächtiges Geräusch. 

Am Hauptbahnhof München kontrollierte er den Triebwagen und entdeckte eine Beschädigung an der Frontscheibe. Über zwei Wochen später konnte die Bundespolizei nachträglich ermitteln, dass Unbekannte offenbar ein Stahlseil über die Gleise gespannt hatten. Reste des Seils konnten ebenso wie Holz- und Eisenteile am Gleis sichergestellt werden. 

In der Nähe des Tatortes fand man außerdem einen Drohbrief in arabischer Sprache sowie ein Graffito mit arabischen Schriftzeichen. Die Bewertung des Drohschreibens ist noch nicht abgeschlossen. Es wird derzeit ausgewertet. 

Parallel zur Autobahn A 9 verläuft nahe dem mittelfränkischen Allersberg die ICE-Strecke Nürnberg-München.

Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Münchner Generalstaatsanwaltschaft übernahm deshalb jetzt die Ermittlungen. Beamte der Polizeipräsidien Mittelfranken und München, der Bundespolizei sowie des BKA unterstützen die Ermittlungen. Außerdem soll das Eisenbahnbundesamt eine konkrete Bewertung der Gefährdungslage durch das Stahlseil vornehmen.

Video: War das Stahlseil auf dem ICE-Gleis ein Anschlag?

Anschlag auf Zug in Richtung München: Das ist die Erstmeldung

Allersberg - Es ist Sonntag, der 7. Oktober, in den Nachtstunden. Ein ICE fährt von Nürnberg Richtung Süden, mit hohem Tempo strebt er gen München. Etwa in Höhe Allersberg, rund 140 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt, passiert es: Der aufmerksame Lokführer vernimmt ein „verdächtiges Geräusch“, wie der Sprecher des bayerischen Landeskriminalamtes, Ludwig Waldinger, gegenüber der tz berichtet. 

Da aber alle Systeme einwandfrei funktionieren und kein Defekt angezeigt wird, geht die Fahrt weiter, die Fahrgäste im Zug bekommen von der ganzen Angelegenheit nichts mit. Schließlich erreicht der ICE pünktlich den Zielbahnhof in München. Dort meldet der Lokführer den Zwischenfall, daraufhin wird der Zug von Spezialisten untersucht. 

Anschlag auf ICE auf Weg nach München: Makabrer Spaß oder ernstzunehmende Drohung?

Und tatsächlich: Es finden sich Spuren eines Kurzschlusses. Tags darauf nehmen Mitarbeiter der Bahn den Streckenabschnitt bei Allershausen unter die Lupe – und werden ebenfalls fündig: Unbekannte haben nach Informationen der Bild ein Stahlseil über die Gleise gespannt und Holzkeile auf die Schienen montiert. Bei der weiteren Absuche wird ein Drohschreiben gefunden – verfasst in arabischen Schriftzeichen. 

Möglicher Terroranschlag auf ICE: Drohschreiben gefunden

Ob sich da ein Scherzbold einen makabren Spaß erlaubt hat, oder ob es sich tatsächlich um eine ernstzunehmende Drohung handelt, ist laut Ludwig Waldinger bislang offen. „Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt in alle Richtungen“, so der LKA-Mann, der im Übrigen betont: Der Brief sei ausdrücklich kein Bekennerschreiben, außerdem enthalte er keinerlei konkrete Drohung. Allerdings, so will die Bild erfahren haben, drohe der Unbekannte durchaus mit weiteren Anschlägen. Die Fahndung nach dem oder den Unbekannten läuft derweil auf Hochtouren.

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