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Kreuzt ein Tourengeher die Piste, kann der Skifahrer oft nicht mehr ausweichen.

Alpenverein warnt: „Tourengeher steigern Unfallrisiko“

Garmisch-Partenkirchen – Immer mehr Skitourengeher sind in Bayern auf präparierten Pisten unterwegs. Das Unfallrisiko zwischen Tourengehern und Skifahrern ist bereits stark gestiegen, mahnt der Deutsche Alpenverein.

Pauschal verboten werden soll das Tourengehen auf den Pisten allerdings nicht. 

Zahl der Tourengeher steigt

In den beliebten oberbayerischen Skigebieten „Alpenplus“ (Sudelfeld, Brauneck, Wallberg, Spitzingsee) und „Garmisch Classic“ (Hausberg, Kreuzeck, Alpspitze) betrachtet man die Entwicklung ebenfalls mit großer Sorge.

„Je mehr Skitourengeher auf den Pisten, desto höher das Unfallrisiko – das ist ganz klar“, sagt Eva Maria Greimel, Pressesprecherin der Zugspitzbahn AG. Im vergangenen Winter ereigneten sich im Gebiet „Garmisch Classic“, wo an einem Tag bis zu 350 Tourengeher gezählt werden, gleich zwei schwere Unfälle; bei einer Kollision wurde ein Kind schwer verletzt.

Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen reagierte auf die Vorfälle mit der Sperrung einiger Pisten-Teilstücke – und mit einem speziellen Angebot für die Tourengeher: Dienstags sind die Horn- und Tonihüttenabfahrt, donnerstags die Kochelbergabfahrt (alle Hausberg) zwischen 17 und 22 Uhr allein für Skitourengeher reserviert.

Pistenraupen als tödliche Gefahr

Die Skifahrer sind zu diesem Zeitpunkt längst unten im Tal. Doch nicht nur der Kreuzungsverkehr zwischen Skifahrern und Skitourengehern kann zu schlimmen Unfällen führen – oft genug begeben sich die Tourengeher ganz allein in tödliche Gefahr.

Wenn die Liftanlagen schließen und die Pistenraupen anrücken, bleiben die Tourengeher auf den Hängen zurück – und sind in der Dämmerung leicht zu übersehen. Dazu kommt, dass sich die Pistenraupen auf steilen Hängen in so genannte Windenmaschinen einhängen – die entsprechenden Drahtseile werden zum Teil über einen Kilometer gespannt. „Was auf diesem Abschnitt passiert, können die Fahrer der Pistenraupen unmöglich sehen“, warnt Greimel.

„Die Gefahr für Tourengeher, mit einer Seilwinde zu kollidieren, ist deshalb riesengroß!“ Wer oben abwartet, bis die Pisten präpariert sind, schafft indes neue Probleme für die Skifahrer: Die Tourengeher hinterlassen auf den frisch gewalzten Strecken Fahrrinnen, die über Nacht vereisen. Für Skifahrer entstehen so gefährliche Absätze. Gerade für Kinder birgt dies ein zusätzliches Unfallrisiko.

DAV: Keine Pistensperrung für Tourengeher

Die Skigebiete nach italienischem Vorbild für Tourengeher gesetzlich zu sperren, hält der DAV nicht für sinnvoll. Stattdessen wird darüber diskutiert, festgelegte Aufstiegsrouten für Tourengeher parallel zur Piste auszuweisen. Skigebiete sollen auch weiterhin von Tourengehern genutzt werden dürfen, heißt es. Manfred Küpper, Pressesprecher des Skigebiets „Alpenplus“, hält diese Einschränkungen für richtig: „Skifahrer, die einen Skipass gelöst haben, haben ein Recht auf unsere gut präparierten, sicheren Piste. Für Skitourengeher gilt das nicht!“

Sophia Heyland

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