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Aiblings Wasserwachts-Chef Stefan Pflügler mit dem Hund des Ertrunkenen. Das Frauchen des Tiers schwebt in Lebensgefahr.

„Als Helfer ins Wasser springen? Würd ich niemandem raten“

Nach der tragischen Rettungsaktion an der Mangfall sprachen wir mit Stephan Pflügler (34), den Wasserwachtschef von Bad Aibling .

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Mangfall-Drama: Kinder gerettet - Helfer tot!

- Herr Pflügler , erst vor einem Jahr ist in der Mangfall ein achtjähriger Bub ertrunken. Jetzt der erwachsene Mann beim Rettungsversuch – ist die Mangfall so gefährlich?
Eigentlich nicht. Zwar haben sich die Einsätze seit zwei, drei Jahren gehäuft, aber meist in Verbindung mit Hochwasser, wenn die Leute leichtsinnig mit Schlauchbooten herumfahren. Doch diese spezielle Stelle am Fluss hat es offenbar in sich. Zwei Meter weiter oben und fünf Meter weiter unten ist das Wasser im Normalfall nur knöcheltief, da kann man locker zu Fuß durchgehen. Aber das Wehr ist gefährlich. Genau an der selben Stelle ist vor einem Jahr auch der Bub ertrunken.

-Bei einem Kind, das nicht stehen kann, ist das verständlich. Aber warum ertrinkt ein Erwachsener, der helfen wollte und offenbar schwimmen kann?
Das Wehr mit der Walze sorgt für eine kräftige Unterspülung, da wird man herumgewirbelt wie in einer Waschmaschine. Und offenbar sind dort sehr viele Felsen in Bodennähe. Sowohl der jetzt gestorbene Helfer als auch damals der Bub hatten schwere Kopfverletzungen. Ich gehe davon aus, dass sie durch die Kraft des Wassers dagegen geschleudert wurden.

-Sollte ein Helfer überhaupt ins Wasser springen?
Ohne Sicherheitsausrüstung würde ich das niemandem raten. Das schaut zwar von außen harmlos aus, aber der Untergrund ist glitischig und sehr algig. Da geht Selbstschutz vor Fremdschutz.

-Aber man kann doch nicht nur tatenlos danebenstehen!
Natürlich wollen die Leute helfen. Aber am wichtigsten ist, einen Notruf abzusetzen. Und man kann den Menschen im Wasser etwas zuwerfen, einen Stock oder Ast zum Festhalten, das hilft. Oder vielleicht auch aus sicherer Entfernung einen Gürtel oder eine Hundeleine zuwerfen. Denn man darf sich nicht täuschen: Auch wenn ein Fluss noch so freundlich aussieht, kann er gefährlich sein.

Das Gespräch führte Boris Forstner

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