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Ute W. wurde ermordet. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest. Unter anderem ihren Sohn. Ein Polizist am Fundort der Leiche. 

In Waldstück verscharrt

Eine Bluttat in besten Kreisen: Eliteschüler tötet eigene Mutter

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Uli W. hat eingeräumt, seine Mutter Ute (53) umgebracht zu haben. Ein Richter hat am Freitag Haftbefehl erlassen, der 20-Jährige sitzt jetzt in U-Haft.

Altenmarkt/Schnaitsee - Nach dem Leichenfund in Schnaitsee (Landkreis Traunstein), wurde am Freitag ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen, ein 19-jähriger Freund des Sohnes der Toten. Sein Haftbefehl wurde unter Auflagen wieder außer Vollzug gesetzt. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich Hinweise auf die Beteiligung eines weiteren Mannes ergeben, erläuterte die Polizei. 

Das Motiv für die Tat liegt derweil weiter im Dunkeln. Weshalb Ulrich, fragen sich die Leute in Altenmarkt an der Alz, der Gemeinde der Familie. Er gilt als zurückhaltend, doch auch als intelligent und höflich. Ein Nachhilfelehrer, der ihn in der 10. Klasse im Gymnasium in Französisch betreute, sagt über ihn: „Die Nachhilfe hätte er gar nicht gebraucht. Der Uli war schlau, vielleicht ein wenig faul. Aber ich hatte selten so einen guten Schüler.“

Schüler im Elite-Gymnasium Schloss Stein

Doch das Rätsel bleibt, welche Beweggründe hinter der furchbaren Tat stecken. Mutter Ute W. und Uli bewohnten das im Jahr 2012 erstandene Haus in Altenmarkt an der Alz alleine. Die Frau war geschieden, ihr Ex-Mann arbeitet in führender Position. Uli W. selbst war auf das Privatgymnasium Schloss Stein gegangen, ein paar Kilometer von Altenmarkt entfernt. Hierher schicken viele einflussreiche Leute, auch viele aus dem Ausland, ihre Kinder. In den oberen Klassen kostet die Unterbringung im Internat über 3300 Euro – und das pro Monat. 

Uli dürfte allerdings ein Externer gewesen sein, daheim gewohnt haben. Vergangenes Jahr legte er sein Abitur ab. Bei der Feier war er als Einziger seines Jahrgangs nicht dabei, doch in der örtlichen Zeitung wurde er wegen seines Abschlusses lobend erwähnt.

Der Nachhilfelehrer: „Seine Mutter wollte, dass er bessere Noten schafft.“ Ihm fiel auf, dass Uli nach den Stunden schnell auf sein Zimmer ging – oft, ohne sich zu verabschieden. „Seine Mutter Ute war jedoch sehr nett und aufgeschlossen.“ Die Vermisstenmeldung war damals von einem Reitstall aufgegeben worden, weil sich niemand um Utes Pferd gekümmert hatte. 

Wie berichtet, hatten fünf spielende Kinder am Buß- und Bettag die Hand der Toten entdeckt. Sie ragte aus dem Waldboden zwischen Schnaitsee unbd Kienberg heraus. Der Rest der Leiche war noch vergraben.

Video vom Fundort der Leiche

Markus Christandl

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