Kinder finden Frauenleiche

Nach Mord an Mutter: Grausiges Gerücht geht in der Gemeinde um

Seit Mitte September wurde eine 53-jährige Frau aus Altenmarkt (Kreis Traunstein) vermisst. Jetzt wurde ihre Leiche unweit in einem Waldstück entdeckt.

Schnaitsee/Altenmarkt – Es waren Kinder, die am Waldrand gespielt haben und denen als erstes etwas Ungewöhnliches auffiel. Sie sollen eine Hand gesehen haben, die aus dem Boden ragte. Der Vater kam hinzu, dieser alarmierte die Polizei.

Am Mittwoch gegen 16 Uhr war die Polizei über den Leichfund informiert worden. Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Trostberg sperrten das Gelände weitläufig ab. Noch am Mittwochabend nahm die Kripo Traunstein vor Ort erste Ermittlungen auf. Am Donnerstag Morgen, bei Tagesanbruch, wurden die Ermittlungen und die Spurensicherung ausgeweitet, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Donnerstag Abend. An einem Waldrand geparkte Polizeiautos zogen die Aufmerksamkeit auf sich. 

Wurde die Leiche zerstückelt?

Ein Gerücht kursiert seit Beginn des Polizeieinsatzes durch den Ort: Eine Leiche sei gefunden worden, der Körper solle nicht komplett sein. Nach Informationen unserer Redaktion kann dieses grausige Gerücht entkräftet werden. Die Spekulationen sind wohl entstanden, weil zunächst nur eine Hand der Toten sichtbar war. Da sich die Polizei zunächst bedeckt hielt, traf das Gerücht auf fruchtbaren Boden. 

Seit Mitte September vermisst

Auch die Polizei berichtete Mittwochabend von der gewaltsamen Tötung einer weiblichen Person. Die weiteren Ermittlungen führten die Beamten nach Altenmarkt an der Alz, zwölf Autominuten vom Fundort der Leiche entfernt. In Altenmarkt wird seit Mitte September eine Frau (53) vermisst. Sämtliche Anlaufadressen von ihr waren seither ohne Erfolg überprüft worden. Es kam damals bei der Vermisstensuche auch Hubschrauber zum Einsatz. Auch die Alz wurde abgesucht. Die Frau blieb verschollen, schließlich wurde die Suche eingestellt.

Der abgesperrt Fundort in der Gemeinde Schnaitsee.

Die traurige Vermutung der Polizeibeamten sollte sich bestätigen: Es handelt sich um die vermisste Frau. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen verdichteten sich außerdem die Hinweise, dass der 20-jährige Sohn als Tatverdächtiger in Frage kommt.

Sohn gesteht die Tat

Noch am Nachmittag wurde der junge Mann von Einsatzkräften der Zivilen Einsatzgruppe Rosenheim festgenommen. Wie die Polizei weiter am Abend berichtete, hat der 20-Jährige inzwischen eingeräumt, seine Mutter umgebracht zu haben. Zur Motivlage, den Hintergründen der Tat und zur Art der Tötung wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Aussage treffen. Die Staatsanwaltschaft Traunstein wollte noch am Abend einen Haftbefehl gegen den Sohn beantragen.

Ein Bekannter der Familie, der ehemalige Nachhilfelehrer des Sohnes, beschreibt den mutmaßlichen Täter gegenüber chiemgau24.de als schlauen, jedoch „ziemlich zurückhaltenden Burschen“. Seine Mutter sei „super nett“ und aufgeschlossen gewesen. Beide wohnten bereits damals, als er dem Jugendlichen 2013 Nachhilfe gab, in der Einfamiliensiedlung in Altenmarkt. 

Es ist noch nicht absehbar, wie lange die eindeutige Identifizierung des Leichnams dauern wird. Dies könne, falls es nur durch einen DNA-Abgleich möglich sein sollte, sehr zeitaufwändig sein, erfuhr chiemgau24.de* von Polizeisprecher Andreas Guske.   

Video von chiemgau24.de* vom Leichenfundort:

mc/cm

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © Google Earth/Polizei

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