Geständnis zu Prozess-Beginn

Altenpflegerin gesteht Diebstahlserie in Heimen

Kempten - Zwei Jahre lang haben eine junge Altenpflegerin und ihr Freund arglose Senioren bestohlen und betrogen. Jetzt wurden sie verurteilt.

Nach einer Diebstahlserie in Seniorenheimen muss ein 23-jähriger Mann viereinhalb Jahre in Haft. Das Landgericht Kempten sprach ihn am Montag wegen Diebstahls in 27 Fällen und Computerbetrugs in 33 Fällen schuldig. Die mitangeklagte 21-jährige Altenpflegerin erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung. Zudem muss die Frau 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Nach Überzeugung des Gerichts hatten die Angeklagten zwei Jahre lang „ziemlich fies“ ältere Menschen abgezockt. Er sei dabei die treibende Kraft gewesen und habe sie vorgeschickt, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung.

In zwei Füssener Seniorenheimen hat die Altenpflegerin von 2012 bis 2014 mindestens 20 Bewohnern Schmuck, Geld und Zahngold im Wert von fast 30 000 Euro gestohlen. Die Erlöse überließ sie ihrem damaligen Freund. Er hob zudem mit einer gestohlenen EC-Karte 32 000 Euro ab und kaufte Waren für 4000 Euro. Die Karte hatte die Altenpflegerin ebenfalls einem Heimbewohner entwendet.

Die junge Frau gab die Taten gleich zu Prozessbeginn zu. Die Idee mit den Diebstählen aus den Wohnungen der alten Menschen habe ihr Ex-Freund gehabt, sagte sie. „Er hat gesagt, die werden sowieso irgendwann sterben und brauchen das Geld nicht.“ Sie habe ihn geliebt und ihm helfen wollen, seine Schulden zu bezahlen. „Ich war naiv und dumm und habe gemacht, was er gesagt hat.“

Der mehrfach vorbestrafte 23-Jährige hatte vor Gericht zunächst nur die Abhebungen mit der EC-Karte eingeräumt, wollte aber mit den Schmuck- und Bargeld-Diebstählen nichts zu tun gehabt haben: „Von der Hälfte weiß ich nicht mal was“, hatte er zum Prozessauftakt gesagt. Später gab er sämtliche Taten zu - das war Teil einer Vereinbarung mit allen Verfahrensbeteiligten. Bei diesem sogenannten Deal wird im Fall eines Geständnisses die Obergrenze des Strafrahmens festgelegt. Er habe das Geld für seine Spielsucht und seinen Drogenkonsum gebraucht, sagte der Angeklagte.

 

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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