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Viele ältere Menschen – wie dieser Mann – schämen sich für ihre Armut. Und wühlen oft im Müll nach Essbarem.

So können Sie helfen

Altersarmut: Hungern für den neuen Ofen?

München – Josef Armbruster, 74, ist nicht sein richtiger Name, aber die Geschichte hinter dem Pseudonym ist echt: Sie erzählt von Armut, Scham und einem Lichtblick – dank unserer Patenschaftsaktion. Ohne diese Hilfe würde der Rentner nicht über die Runden kommen.

Josef Armbruster (Name geändert) ist ein stolzer Mann. Aufs Amt gehen? Hilfe beantragen? Das kam für den 74-Jährigen lange Zeit nicht in Frage. Er wollte sich allein durchschlagen, selbst mit einer kleinen Rente – zum Überleben bleiben Armbruster 340 Euro im Monat. Inzwischen bekommt er Grundsicherung im Alter. Denn irgendwann ging es nicht mehr, irgendwann begann die Unglücksserie – mit einem kaputten Gas-Heizofen.

Armbruster hat keine Rücklagen. Früher, da hat er als Lagerist gearbeitet, doch heute reicht das Geld nicht. Wie soll er für den Ofen aufkommen?, denkt er sich damals. Er müsste hungern. Er fragt bei der Hausverwaltung nach, doch die mauert: Der Ofen sei nicht Teil des Mietvertrags, heißt es, die Neuanschaffung Sache des Mieters. Auch die zuständige Kommune winkt ab – sie hat schon zuvor einen Kühlschrank bezuschusst. Armbruster weiß nicht mehr weiter. Bis eine Sozialarbeiterin für ihn beim Verein Lichtblick Seniorenhilfe nachfragt: Ob der nicht die Kosten in Höhe von mehr als 1000 Euro übernehmen könnte? Er kann.

Kurze Zeit darauf springt der Verein erneut ein – diesmal ist die Waschmaschine kaputt. Aber dann kommt der Hammer: Die Wohnung des Rentners – knapp 36 Quadratmeter, eine durchgesessene Couch, ein schmaler Schrank, ein Tisch, zwei Stühle, eine Kommode – wird gekündigt. Grund: Eigenbedarf. Armbruster, der dort von Klein auf lebt, ist verzweifelt. Wo soll er hin? Er geht also aufs Amt.

Doch obwohl er die höchste Dringlichkeitsstufe hat, können die ihm keine neue Wohnung vermitteln. Aber die Zeit läuft, die Vermieter wollen ja rein, und er muss dann raus. Armbruster wird immer nervöser, traut sich nichts mehr zu, tut sich schwer, Kontakte zu knüpfen, kann die wenigen Nachmittage im Senioren-Café nicht mehr genießen.

Kurz bevor die Obdachlosigkeit zuschlägt, hat er ein bisschen Glück: Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft hat eine 1,5-Zimmer-Wohnung für ihn. Doch nun steht Armbruster vor einem neuen Problem: Wer soll für die Umzugskosten und ein neues Schlafsofa aufkommen? Er weiß es nicht. Und er spürt wieder diese Angst, diese lähmende Ungewissheit.

Schenken Sie ein bisschen Würde – mit unserer Patenschaftsaktion für ältere Menschen

Bei der Aktion des Münchner Merkur und der Sparda-Bank München gegen Altersarmut können Sie eine Patenschaft für in Not geratene Senioren übernehmen. Eine Patenschaft kostet 35 Euro im Monat. Das Geld kann viertel-, halbjährlich oder für ein Jahr gespendet werden. Auch einmalige Spenden sind willkommen. Der Verein Lichtblick Seniorenhilfe leitet stets die volle Summe an die Bedürftigen weiter.

Überweisungen bitte auf das Konto 490 1010 des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Balanstraße 45, 81669 München) Sparda-Bank München, BLZ 700 905 00. IBAN: DE 3070090 500000 4901010

Weitere Informationen gibt es direkt beim Verein Lichtblick, Telefon: 089/67 97 10 10. Die E-Mail- Adresse des Vereins lautet: info@lichtblick-sen.de.

Lichtblick Seniorenhilfe ist ein gemeinnützig anerkannter Verein. Für Ihre Spenden erhalten Sie eine Quittung, bitte geben Sie hierfür unbedingt Ihre Adresse an. Die E-Mail-Adresse unserer Zeitung zu der Aktion ist paten@merkur.de.

Lydia Staltner, die Vereins-Chefin, sagt: „Die meisten schämen sich für ihre Armut. Die trauen sich oft nicht mal aufs Amt, um Grundsicherung zu beantragen. Sie vereinsamen. Einsamkeit ist die neue Armut.“

von Tina-Maria Schrenk

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