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Familientruppe: Weil Papa Andreas Köpf (Mitte) aus Altersgründen als Feuerwehrkommandant vorzeitig abtreten musste, übernimmt jetzt eben Sohn Kilian (links) die Leitung der Wehr in Schönberg (Kreis Weilheim-Schongau). Auch die Brüder Josef (2. v. l.), Andreas junior (2. v. r.) und Rupert (r.) übernehmen Verantwortung.

Debatte um Höchstalter

Altersgrenze bei der Feuerwehr: "Ein 68-Jähriger kann noch fit sein"

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München - Das Höchstalter für den aktiven Feuerwehrdienst soll angehoben werden, das hat das Kabinett beschlossen. Die Feuerwehren loben die Entscheidung und freuen sich über mehr Erfahrung. Aber braucht es überhaupt eine Altersgrenze?

Von heute auf morgen musste Andreas Köpf seinen Posten als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schönberg (Kreis Weilheim-Schongau) räumen. Nicht etwa, weil er sich etwas zu Schulden kommen hat lassen, vorbildlich habe er die Schönberger Wehr über drei Jahrzehnte geführt, sagen Kameraden. Der Grund war ein anderer: sein Alter. Zwei Wochen vor der Hauptversammlung im Februar hatte Köpf seinen 63. Geburtstag gefeiert – und damit die Altersgrenze überschritten. Denn mit Vollendung dieses Lebensjahres müssen bayerische Feuerwehrler aus dem aktiven Dienst ausscheiden – so steht es in Artikel 6 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Und die Schönberger Feuerwehr stand auf einmal ohne Kommandanten da.

(Lesen Sie hier auch den Kommentar zur Altersgrenze für Feuerwehrler in Bayern)

Dieses Gesetz soll nun geändert werden. Das bayerische Kabinett hat am Dienstag die Anhebung des Höchstalters auf 65 Jahre beschlossen. „Immer mehr Menschen sind auch mit 63 Jahren noch fit für den Feuerwehrdienst. Ihr Wissen und Know-how aus jahrzehntelanger Praxis ist unschätzbar“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Es wäre fatal, dieses ungeheure Potenzial nicht zu nutzen.“

Die Feuerwehren loben die Entscheidung. „Wir haben dem Innenministerium diesen Wunsch bereits vor zwei Jahren mitgeteilt und freuen uns, dass die Änderung jetzt endlich auf den Weg kommt“, sagt Uwe Peetz, Geschäftsführer beim Landesfeuerwehrverband Bayern. Die Anhebung des Höchstalters sei Wunsch und Wille vieler älterer Kameraden gewesen. Peetz sieht Vorteile für alle. Viele seien auch in diesem Alter noch fit genug für den Einsatz – „und sie stehen tagsüber eher zur Verfügung“. Die Jungfeuerwehrler würden ebenfalls profitieren: „Der Nachwuchs lernt von der Erfahrung.“

Rudolf Naisar sieht das genauso. Für ihn war am 29. Mai Schluss. Nach mehr als vier Jahrzehnten bei der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort Hochbrück im Landkreis München, erst als einfaches Mitglied, später 24 Jahre lang als Kommandant und zuletzt als Vereinsvorsitzender. Er hätte gerne noch weiter geholfen. „Man muss ja im Einsatz nicht mehr an vorderster Front stehen.“ Sich um den Funk kümmern, den Verkehr regeln, Naisar fallen genügend Tätigkeiten auch für ältere Kameraden ein. „Ich bin jetzt mit 63 nach 45 Jahren Arbeit in Rente gegangen.“ Jetzt hätte er viel Zeit. Doch für den Feuerwehrdienst darf er sie nicht mehr nutzen. „Manche sind auch mit 70 noch richtig fit. Das weiß in der Regel jeder selbst am besten, was noch geht.“

Landesfeuerwehrverband offen für Abschaffung der Altersgrenze

Bei dem Vorschlag für eine Grenze bei 65 habe man sich an den anderen Bundesländern orientiert, sagt Uwe Peetz. Nun geht der Gesetzentwurf in die Verbandsanhörung. Danach muss der Landtag entscheiden. „Wenn im Gespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden eine Grenze bei 67 oder auch eine totale Öffnung herauskommt, haben wir auch nichts dagegen“, sagt Peetz. Auch Franz Dirnberger, Direktor des Bayerischen Gemeindetags, hält eine Abschaffung der Altersgrenze nicht für abwegig. „Auch ein 68-Jähriger kann noch fit für den Dienst sein.“

Für Andreas Köpf kommt die Initiative, auch wenn er sie gut findet, zu spät. Aber das macht nichts. „Ich hatte ja eh vor aufzuhören, ich wollte nur keine offenen Baustellen hinterlassen.“ Nach kurzem Chaos hat die Schönberger Feuerwehr auch schon wenige Wochen später einen neuen Kommandanten gefunden. „Ich glaube, das ist wieder in guten Händen“, sagt Köpf und lacht. Er muss es wissen, denn sein Nachfolger ist sein Sohn Kilian. Und Papa Andreas darf sich nun Ehrenkommandant nennen.

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