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Die Einsatzkräfte der Wasserwacht rückten mit Booten aus.

Orientierung und Kraft verloren

Am Berg verirrt: Handy-App führt Chinesen ins Nirgendwo

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Schönau am Königssee - Zwei junge Urlauber aus China wollten sich einen schönen Tag in den Berchtesgadener Alpen machen. Doch der Ausflug lief deutlich anders als geplant.

Bergsteigen erfordert Ausdauer, Kraft sowie ein gewisses Orientierungsvermögen. Ihre eigenen Fähigkeiten diesbezüglich wohl überschätzt haben am Dienstag, 11. April, zwei junge Chinesen. Die beiden Touristen waren am Königsee (Landkreis: Berchtesgadener Land) unterwegs und wollten über den Röthsteig zur Wasseralm marschieren. Doch daraus wurde nichts. Gegen 20.20 Uhr setzten die 20-jährige Frau und ihr 21 Jahre alter Begleiter völlig entkräftet einen Notruf ab.

Zu ihrem Glück waren die Mitarbeiter der Berg- sowie der Wasserwacht Berchtesgaden nach kurzer Zeit zur Stelle. Zwölf Einsatzkräfte retteten die laut Bergwacht „stark frierenden jungen Leute“ aus dem Röthsteig. Sie befanden sich dabei auf rund 300 Höhenmetern südöstlich des Obersees. Die Bergwachtler konnten die zwei Hilfesuchenden aufgrund deren Handylicht sehr schnell lokalisieren. Die Wanderer selbst konnten zuvor keinerlei Angaben machen, wo sie sich in etwa befinden.

Voller Einsatz: Auch einen Hubschrauber verwendete die Bergwacht, um die zwei Verirrten zu bergen.


In diesem Fall war das Handy also eine große Hilfe für die zwei verirrten Bergsteiger. Doch war es zuvor auch maßgeblich an dem Schlamassel beteiligt. Genauer: eine Bergsteiger-App auf einem Smartphone der beiden Urlauber. Diese hatte ihnen die Tour durch den Röhnsteig empfohlen. Trotz fehlender alpiner Erfahrung machte sich das Duo auf den Weg - und merkte wohl zu spät, dass es sich dabei zu viel zugemutet hatte.

Neben einer vermutlich unschönen Erfahrung bleiben die jungen Asiaten auch noch gehörige Kosten von dem missglückten Ausflug hängen. Der aufwändige Einsatz, bei dem unter anderem ein Hubschrauber verwendet wurde, wird ihnen von der Bergwacht in Rechnung gestellt.

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