Schloss in Neidstein bei Etzelwang im Landkreis Amberg-Sulzbach
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Schloss Neidstein befand sich früher im Besitz Nicolas Cage

Verwaltungsstrukturen in Bayern

Amberg-Sulzbach

Der Landkreis Amberg-Sulzbach ist zentral zwischen Bayreuth, Neumarkt in der Oberpfalz und dem Nürnberger Land gelegen. Die Region gehört bereits seit rund 600 Jahren zu Bayern und blickt auf eine lange Geschichte zurück.

  • Der Landkreis Amberg-Sulzbach ordnet sich rund um die kreisfreie Stadt Amberg herum an.
  • Das Kreisgebiet umfasst fünf Städte, 22 Gemeinden, sieben Märkte und vier Verwaltungsgemeinschaften, dazu kommt Eichen als gemeindefreies Gebiet.
  • Der waldreiche Landkreis bietet Touristen viele Naturschutzgebiete und Sehenswürdigkeiten.

Amberg-Sulzbach – Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat einige Überraschungen zu bieten. So gehört die mitten im Kreisgebiet liegende und einen Namensteil gebende Stadt Amberg nicht dazu, denn diese ist kreisfrei. Trotzdem haben der Landrat und das Landratsamt sowie zahlreiche weitere Verwaltungsabteilungen des Kreises ihren Sitz in Amberg. Der Landkreis ist im Herzen Bayerns gelegen und sehr gut an das Autobahnnetz angebunden. Mehr als 22 Industriestandorte verteilen sich über die verschiedenen Städte und Gemeinden und bieten ideale Bedingungen für Unternehmen: Das Gebiet gilt als Hightech-Region. Auch touristisch hat die abwechslungsreiche Landschaft viel zu bieten. Wanderer, Familien und Sportler finden in Amberg-Sulzbach zahlreiche attraktive Angebote.

Amberg-Sulzbach – die Geschichte

In der Geschichte Bayerns spielt Amberg-Sulzbach seit Jahrhunderten eine große Rolle. Die Region, die heute den Landkreis bildet, gilt als das „Ruhrgebiet des Mittelalters“. Dank reicher Erzvorkommen entstand dort bereits früh ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Der Abbau von Erz hat die Region geprägt und die Vergangenheit ist an vielen Stellen noch immer sichtbar. Die Bayerische Eisenstraße legt bis heute Zeugnis davon ab.

Seit dem 14. Jahrhundert gehört der Landkreis Amberg-Sulzbach zu Bayern. 1803 entstanden als Verwaltungseinheiten die sogenannten Landgerichte Amberg und Sulzbach, dazu kam im Jahr 1838 das Landgericht Vilseck. Diese drei Verwaltungsbezirke zählten zur Region Oberpfalz. 1939 wandelten die Nationalsozialisten die Strukturen um, es entstanden die Bezirksämter Amberg und Sulzbach-Rosenberg. In der Nachkriegszeit kam es zu weiteren Reformen. In der heutigen Form besteht der Landkreis Amberg-Sulzbach seit der Gebietsreform in Bayern vom 01. Juli 1972.

Amberg-Sulzbach: So entstand der moderne Landkreis

Zu großen Teilen wurden bei der Gebietsreform die bereits bestehenden Gliederungen übernommen. Allerdings erfolgte auch die Ausgliederung einzelner Gemeinden, während andere Bereiche neu dem entstehenden Landkreis zugeordnet wurden. Die Veränderungen im Einzelnen waren:

  • Bis auf die Gemeinden Karmensölden, Gailoh, Ammersricht und Raigering fiel der gesamte bisherige Landkreis Amberg an den neuen Landkreis, die genannten Gemeinden fielen an die kreisfreie Stadt Amberg.
  • Der gesamte Landkreis Sulzbach-Rosenberg ging in dem neuen Kreis auf.
  • Der Landkreis Burglengenfeld wurde aufgelöst, die Gemeinde Schmidmühlen fiel an Amberg-Sulzbach.
  • Dasselbe geschah auch mit den Gemeinden Gunzendorf, Nasnitz, Ranna, Nitzlbuch, Degelsdorf, Ranzenthal, Michelfeld und der Stadt Auerbach aus dem aufgelösten Kreis Eschenbach in der Oberpfalz.
  • Aus dem ehemaligen Landkreis Nabburg kam Kemnath am Buchberg dazu und die Gemeinde Holzhammer vom Kreis Neustadt an der Waldnaab.
  • Neumarkt in der Oberpfalz gab Allersburg, Pfaffenhofen, Hausen, Ransbach, Utzenhofen, Thonhausen, Wolfsfeld, Winkel und den Markt Kastel an das neue Amberg-Sulzbach ab.

Amberg-Sulzbach – die Lage des Landkreises

Im Norden grenzt der Landkreis Amberg-Sulzbach an den bekannten amerikanischen Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Im Osten beherrschen die westlichen Ausläufer des Naabgebirges, das Teil der Böhmischen Masse ist, das Landschaftsbild. Im Nordosten der Region herrscht das Oberpfälzische Hügelland vor, es umfasst folgende Gemeinden:

  • Hirschau
  • Hahnbach
  • Vilseck
  • Freihung
  • Schnaittenbach

Im Westen liegt das Oberpfälzer Jura mit außergewöhnlichen Steinformationen. In diesem Bereich befinden sich die Gemeinden:

  • Amberg
  • Auerbach
  • Sulzbach-Rosenberg
  • Schmidmühlen

Die Lage der Großen Europäischen Wasserscheide teilt den Landkreis Amberg-Sulzbach in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Die Europäische Kontinentalwasserscheide verläuft zwischen Gibraltar und Moskau und durchzieht Amberg-Sulzbach von Südwesten nach Norden. Nördlich der Wasserscheide fließt das Wasser aus den Flüssen in den Atlantik sowie die Nord- und die Ostsee, im Süden geht es dagegen in Richtung Mittelmeer und Schwarzes Meer. Zu den wichtigsten Wasserläufen im Kreisgebiet gehören:

  • Högenbach
  • Hirschback
  • Pegnitz
  • Naab
  • Vils
  • Forellenbach
  • Ehenbach
  • Fensterbach

Die Lage im Herzen Bayerns führt zu folgenden angrenzenden bayerischen Landkreisen:

  • Bayreuth
  • Neustadt an der Waldnaab
  • Schwandorf
  • Neumarkt in der Oberpfalz
  • Nürnberger Land

Amberg-Sulzbach – die Wirtschaft im Landkreis

Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat eine Bevölkerung von rund 100.000 Einwohnern und besitzt eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur. Ihn durchzieht die Bundesautobahn A6, außerdem kreuzen sich hier die überregional bedeutenden Bundesstraßen B14, B85, B299 und B470. Es besteht ein ausgeprägtes Netz für Güter- und Personenverkehr auf der Schiene, auch der ÖPNV ist gut aufgestellt. Im „Zukunftsatlas 2016“ rangiert der Landkreis Amberg-Sulzbach auf Platz 218 von 402 kreisfreien Städten und Landkreisen. Die Experten bescheinigen der Region einen ausgeglichenen Mix von Chancen und Risiken für die Zukunft.

Während der Erzabbau, die Metallverarbeitung und die Landwirtschaft in früheren Zeiten vorherrschten, prägen heute kleinere und mittelständische Unternehmen die Wirtschaft im Kreisgebiet. Zu den bekannten Unternehmen mit Sitz im Landkreis Amberg-Sulzbach gehören unter anderem:

  • Conrad Electronic SE: Führender Omni-Channel-Anbieter aus dem Bereich Technik und Elektronik und einer der erfolgreichsten Onlineshops in Deutschland
  • Gebrüder Dorfner GmbH Co. & Amberger Kaolinwerke (AKW): Spezialist für den Abbau und die Weiterverarbeitung von Kaolin- und Quarzsand
  • Linn High Therm GmbH: Fachbetrieb für die individuelle Fertigung von elektrisch betriebenen Heizungen
  • Sheepworld AG: Hersteller von Postkarten und Geschenkideen („Ohne Dich ist alles doof“)

Landkreis Amberg-Sulzbach – die Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach sind beliebt bei Urlaubern und Tagesausflüglern aus den größeren Städten der Umgebung. Die abwechslungsreiche Landschaft sowie viele Sehenswürdigkeiten laden zum Besuch ein. Bei den klassischen Ausflugszielen sind folgende sehr bekannt:

  • Burg Sulzbach
  • Burgruine Ebermannshof
  • Burg Heimhof
  • Asphaltkapelle Etsdorf
  • Schloss Neidstein
  • Schloss Ebermannshof

Wanderer, Radfahrer und andere Naturfreunde schätzen die großen Waldgebiete des Landkreises Amberg-Sulzbach. Auf dem Kreisgebiet finden sich fünf Naturschutz- und 33 Landschaftsschutzgebiete, 19 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete sowie mindestens 99 Geotope.

Skifahrer finden hier den größten Ski-Sandberg in ganz Europa. In der Klosterburg in Kastl gibt es eine echte ägyptische Mumie zu bestaunen und das Anwesen Neidstein befand sich früher im Besitz von Hollywood-Star Nicolas Cage. Im Landkreis ist der Besuch des Ersten Deutschen Türmermuseums möglich und in Hohenburg ist die letzte Wochenstube der vom Aussterben bedrohten Großen Hufeisennase beheimatet. In der Gemeinde Eilsberg liegt das Gasthaus Röhrl. Diese Gaststätte wird von der Familie an diesem Standort bereits in der elften Generation geführt und hat es als „älteste Gaststätte der Welt“ mit einer rund 350 Jahre alten Geschichte in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Amberg-Sulzbach – die Politik im Landkreis

Der Landkreis Amberg-Sulzbach ist Teil des bayerischen Regierungsbezirks Oberpfalz. Die Einwohner sind in der Mehrheit politisch konservativ und wählen bevorzugt die CSU. Den zweiten Platz teilten sich bei der Wahl 2020 mit ähnlichen Stimmanteilen die SPD und die Freien Wähler. Im Vergleich zu den Vorjahren haben die Sozialdemokraten Stimmen an Letztere verloren. Auf Platz vier folgen Die Grünen. Die FDP und die ödp spielen kaum eine Rolle, Parteien wie die AfD konnten keinen Sitz im Landrat erringen.

Nach der Gründung des Kreises Amberg-Sulzbach in einer seiner heutigen Form im Jahr 1972 stellte die CSU den Landrat mit Hans Raß. Von diesem übernahm ein weiterer CSU-Kandidat 1978 das Amt. Hans Wagner blieb bis zum Jahr 2002 ungeschlagen und bestimmte 24 Jahre die Politik im Landkreis. Bis 2008 stellte dann die SPD den Landrat (Armin Nentwig), obwohl sie nicht die Mehrheit im Rat erreichen konnte. Seit dem Jahr 2008 ist Richard Reisinger aus Sulzbach-Rosenberg von der CSU der amtierende Landrat im Kreis.

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