Die Berufsschule in Traunstein.

17-Jähriger mit Sturmhaube löst Amokalarm aus

Traunstein - Ein Jugendlicher mit einer Sturmhaube auf dem Kopf hat am Freitag auf einem Schulgelände in Traunstein einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

Nach einer halben Stunde stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen 17 Jahre alten Angehörigen der Schule handelt, der dort öfter mit einer derartigen Kopfbedeckung unterwegs ist. Der junge Mann wurde zwar im Klassenzimmer von Polizeibeamten festgenommen. Er hatte aber keine Waffen bei sich und auch keinerlei Drohungen ausgesprochen. Die Aktion gut eine Woche nach dem Amoklauf an einem Ansbacher Gymnasium wurde abgeblasen.

Gegen 10.30 Uhr war ein Notruf eines Schülers eingegangen, wonach sich auf dem Gelände der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein ein Mann mit einer Sturmhaube aufhält. Die Polizei löste sofort Großalarm aus. Sie fuhr mit mehreren Streifen zu dem Gebäude und forderte zusätzliche Kräfte an. "Zugleich wurde damit begonnen, die Schule nach einem Notfallplan zu räumen", berichtete Sprecher Franz Sommerauer vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim.

Die Schulleitung verwendete dazu ein Codewort. Befragungen von Schülern ergaben dann, dass einer der Mitschüler öfter mit einer Art Sturmhaube in dem Gebäude unterwegs ist und die Kopfbedeckung manchmal sogar im Unterricht trägt. Beamte gingen in das Klassenzimmer des 17-Jährigen aus dem nahen Traunreut und nahmen den jungen Mann vorläufig fest. Er hatte keinerlei Waffen bei sich und reagierte völlig überrascht, dass seine Kopfbedeckung Auslöser eines Großeinsatzes war.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Schüler um exakt jenen Mann handelt, den sein Mitschüler zuvor auf dem Gelände gesehen hatte. Der Großeinsatz konnte abgeblasen werden. Der Fall zeigt, dass nicht zuletzt der jüngste Amoklauf am Ansbacher Gymnasium Carolinum die Sicherheitsbehörden sensibilisiert hat. Polizeisprecher Sommerauer stellte denn auch dem Jugendlichen, der die Beamen gerufen hatte, ein Lob aus: "Der Schüler hat richtig reagiert."

Wahrscheinlich wird es auch keine Ermittlungen wegen Vortäuschens einer Straftat gegen den 17-Jährigen mit der Vorliebe für Sturmhauben geben, denn er hatte keinerlei Absicht, mit einem üblen Scherz die Polizei auf den Plan zu rufen.

dpa

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