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Nach OP im Rollstuhl: Martina Kilian klagt vor Gericht.

200.000 Euro gefordert

Amputation nach OP: Frau verklagt Klinik

Passau – Eigentlich handelte es sich um eine Routine-Operation - am Ende verlor eine Frau aus Niederbayern ihr Bein. Jetzt verklagt sie das Klinikum Passau vor dem Oberlandesgericht.

Martina Kilian (47) ließ sich im Klinikum Passau einen Schiefstand der großen Zehe (Hallux valgus) korrigieren, um wieder ohne Schmerzen gehen zu können. Stattdessen kann sie nun gar nicht mehr gehen, sitzt im Rollstuhl. Denn am Ende einer langen Leidensgeschichte musste ihr rechtes Bein am Oberschenkel amputiert werden. Vor dem Oberlandesgericht München (OLG) fordert sie mindestens 100.000 Euro Schmerzensgeld, 100 000 Euro Schadensersatz und Rente. Das Landgericht Passau hatte ihre Klage abgewiesen.

Nach der OP hatte sich bei Kilian eine schwere Infektion und ein Morbus Sudeck entwickelt, eine gefährliche Krankheit, die am Ende zur Amputation führte. Bis heute hat sie starke Schmerzen. Ihre Stelle als Verwaltungsangestellte musste sie aufgeben.

Die Niederbayerin kritisiert vor allem, dass es keine Aufklärung über die mögliche Komplikation einer Amputation gegeben habe. „Wenn ich gewusst hätte, dass eine Amputation droht, hätte ich mich niemals operieren lassen.“ Das OLG konnte allerdings nach der gestrigen Verhandlung keinen Behandlungsfehler und auch keine mangelhafte Aufklärung erkennen. Dennoch regte es wegen der „Tragik des Falls“ an, dass das Klinikum trotzdem eine Summe zahlt. Das Gericht hört nun noch einen Gutachter.

Nina Gut

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