Die an Leukämie erkrankte Aurelia zeigt ihren Arm.
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Sehr tapfer war Aurelia während der Chemotherapie im Krankenhaus. Ihre Haare sind ihr im Laufe der Behandlung ausgefallen. Doch jetzt geht es ihr besser.

Spendenaktion gestartet - Familie sucht Wohnung in München

An Leukämie erkrankt: Aurelia, die kleine Kämpferin

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Anfang des Jahres ist die kleine Aurelia an Leukämie erkrankt. Das ist nicht der einzige Schicksalsschlag für sie und ihre Familie. Dazu kommen finanzielle Sorgen. Doch es gibt Hoffnung: Denn die Fünfjährige, die bei ihren Großeltern aufwächst, ist eine große Kämpferin.

  • Die kleine Aurelia ist an Leukämie erkrankt.
  • Ihre Großeltern kämpfen mit der Fünfjährigen gegen die Krankheit.
  • Nun wurde eine Spendenaktion für die Familie ins Leben gerufen. Außerdem sucht die Familie eine Wohnung im Großraum München.

Nürnberg – „Bald kann ich wieder eine Spange rein machen.“ Das erzählt die kleine Aurelia gerade ganz oft. Früher war sie sehr stolz auf ihre langen Haare – doch vor einigen Monaten sind sie ihr alle ausgefallen. Umso mehr freut sie sich, dass die Haare jetzt endlich wieder wachsen. Aurelia wird im Februar sechs Jahre alt und hat Krebs. Doch sie ist eine Kämpferin – und es sieht so aus, als würde sie den Kampf gegen die Krankheit gewinnen.

Aurelia wächst bei ihren Großeltern Christina und Florin Stancu auf. Dort lebt sie gemeinsam mit ihrem Vater Romualdo, der an einer geistigen Rückentwicklung leidet. Aufgrund seiner Behinderung kann er sich nicht alleine um das Mädchen kümmern. „Er kann keine Entscheidungen treffen“, sagt seine Mutter Christina Stancu. Zu Aurelias Mutter und deren Familie besteht kein Kontakt. „Sie hat Aurelia verlassen, als sie vier Monate alt war und ist in einer Nacht- und Nebelaktion davon“, berichtet die 41-Jährige.

Der Tumor konnte gut entfernt werden

Für die Großeltern stand fest: Ihre Enkelin soll trotzdem eine schöne Kindheit haben. „Aurelia ist unser Augapfel“, sagt Christina Stancu. Ein Mädchen, das viel lacht, gerne bastelt und malt. Im Februar klagte sie über Ohrenschmerzen und am rechten Ohr war ein kleiner Knubbel zu sehen. Nicht schlimm, nur eine Ohrenentzündung, meinte der Arzt zunächst. Dann tauchte eine zweite Beule auf. „Ich hatte immer das Gefühl, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sich Stancu. Sie hatte recht: Die Verdickung am Ohr war ein Tumor. „Zum Glück konnte er gut entfernt werden“, berichtet die 41-Jährige. Doch Aurelia bekam die Diagnose Leukämie – und für sie und ihre Familie begann ein langer Leidensweg.

Im April startete die Chemotherapie in der Cnopfsche Kinderklinik in Nürnberg. „Ihr Immunsystem wurde komplett heruntergefahren“, erklärt Stancu. Sie blieb bei ihrer Enkelin im Krankenhaus, außer ihr war kein Besuch möglich. „Aurelia wollte unbedingt ihren Vater und meinen Mann sehen“, erzählt sie. „Sie hat geweint, aber es ging nur über Videochat.“ Auch körperlich sei die Therapie eine schwere Belastung für die Fünfjährige gewesen: „Sie war so schwach, dass sie nicht einmal mehr einen Lolli heben konnte. Aber sie hat immer alles mitgemacht.“ Eine „kleine Kriegerin“ hätte eine Ärztin Aurelia genannt.

Zu den gesundheitlichen kommen auch finanzielle Sorgen

Für den Vater des Mädchens war es ebenfalls eine besonders schwierige Situation: „Er hat am Anfang gar nicht verstanden, um was es geht“, sagt Stancu. „Erst als die Haare ausgefallen sind, hat er gewusst, dass es etwas Schlimmes ist.“ Der 24-Jährige sei depressiv geworden und habe alles kaum verarbeiten können. Er benötigte ebenfalls eine intensivere Betreuung – seine Eltern mussten ihre Jobs aufgeben.

Deshalb sind zu den gesundheitlichen Sorgen noch finanzielle hinzu gekommen. Die Familie hatte zunächst in Weißenburg gelebt, aber das Pendeln in die Klinik nach Nürnberg wurde immer mehr zum Problem. „Die eine Stunde Fahrzeit war auch ein Risiko für Aurelia“, sagt die Großmutter. In Abstimmung mit den Ärzten beschlossen die Stancus nach Nürnberg zu ziehen. Doch auch dort sind die Mietpreise hoch und wegen der Corona-Pandemie waren kaum Besichtigungen möglich. „Wir haben es dann in Kauf genommen, eine Wohnung zu mieten, die eigentlich zu teuer ist“, berichtet sie. „Für Aurelia würden wir alles tun.“

Familie sucht Wohnung im Großraum München

Derzeit überlegt die Familie, noch einmal umzuziehen. Denn der Vater hätte eine Arbeitsstelle in München in Aussicht und für die Mutter wäre es dort ebenfalls leichter, beruflich wieder einzusteigen. Auch die Behandlung von Aurelia könnte gut fortgesetzt werden, wenn die Familie in München lebt. „Meine Schwester lebt in München und könnte uns helfen“, sagt Christina Stancu. Die Familie bräuchte eine bezahlbare Drei- bis Vierzimmerwohnung - doch die ist schwierig zu finden.

Im Internet läuft eine Spendenaktion für die Familie

Um zumindest die finanzielle Belastung etwas zu mildern, läuft im Internet über die Spendenplattform „Betterplace“ eine Spendenaktion für Aurelia. „Wir sind wirklich sehr dankbar für die Hilfe“, betont Christina Stancu. Auch über Tipps für Wohnungen in München freut sie sich. Christina Stancu ist telefonisch über 01590/6463287 oder per E-Mail an christinastancu1@web.de erreichbar.

Inzwischen kann die Familie wieder etwas optimistischer in die Zukunft sehen. Denn die Therapie wirkt gut. Aurelia muss nicht mehr stationär im Krankenhaus sein, sondern bekommt eine ambulante Chemotherapie mit Tabletten. „Die Ärzte sind guter Hoffnung, dass sie wieder gesund wird“, sagt Christina Stancu. „Sie lacht so viel. Und Glücksgefühle tragen ja auch zur Genesung bei.“

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