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Der Nürnberger "Zum gulden Stern" zählt zu den Traditionslokalen.

Aus Frust angezündet

Angeklagter gesteht Brandstiftung in Nürnberger Traditionslokal

Nürnberg - Das Lokal "Zum gulden Stern" in Nürnberg ist fast 600 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurde es von einem 34-Jährigen angezündet. Im Prozess gibt der Angeklagte die Tat zu. 

Mit einem Geständnis hat der Nürnberger Prozess um die Brandstiftung in einem der ältesten Bratwurstlokale Deutschlands begonnen. Der 34 Jahre alte Angeklagte erklärte am Montag über seinen Anwalt, er habe in der Gaststätte „Zum gulden Stern“ nach Geld für Drogen gesucht. Als er kaum Geld gefunden habe, sei er frustriert gewesen. Aus Verärgerung und um seine Spuren zu verwischen, habe er das fast 600 Jahre alte Fachwerkhaus am Rande der Nürnberger Altstadt angezündet. 

Er ist nun zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Nürnberg sprach den Mann am Montag zudem wegen Diebstahls mit Sachbeschädigung schuldig. Die Kammer ordnete an, dass der Mann wegen seiner Drogenabhängigkeit in einer Entziehungseinrichtung untergebracht wird.

Das Feuer im Mai 2015 hatte einen hohen Schaden angerichtet. Die Versicherung geht von rund 500 000 Euro aus, der Eigentümer gab den Schaden vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth sogar mit rund einer Million Euro an. Er lobte zugleich die vorsichtige Arbeit der Feuerwehr, durch die der historische Teil des Gebäudes weitgehend erhalten geblieben sei. Das Haus wurde vollkommen verrußt und konnte erst nach vollständiger Sanierung wieder genutzt werden.

Das Lokal hatte in der Vergangenheit wegen eines Streits mit einem Regensburger Bratwurstlokal um den Titel der „ältesten Bratwurstküche der Welt“ für Schlagzeilen gesorgt. Erst eine Schlichtung konnte im Jahr 2000 den Streit beilegen. Seitdem darf sich das Nürnberger Lokal die „älteste Wurstküche der Welt“ nennen, das Regensburger Lokal von sich behaupten, „die älteste Bratwurstküche der Welt“ zu sein.

dpa

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