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Angeklagter gesteht Mord an Geliebter

Angeklagter gesteht Mord an Geliebter

Coburg - "Ja, ich habe sie getötet", sagt der 55-jährige Pfälzer, der sich seit Montag wegen des Mordes an seiner Geliebten vor dem Landgericht Coburg verantworten muss.

Zur Tat am 7. Februar in der Wohnung der 49-Jährigen selbst äußerst sich der gelernte Automechaniker nicht. Seine Lebensgeschichte und die Schilderung seiner kurzen und wechselhaften Beziehung mit der Kosmetikerin taugen dagegen als Stoff für eine Liebeskomödie mit tragischem Ende.

"Sein Leben war total aus den Fugen geraten", bringt Vorsitzender Richter Gerhard Amend die Vorgeschichte des Angeklagten auf den Punkt. Das Geschäft seiner Frau war insolvent. Binnen weniger Wochen sterben seine Schwiegereltern. In der Ehe gibt es häufig Streit. "Sie waren offensichtlich kein Kind von Traurigkeit", nennt Amend eine weitere Ursache.

Als Sportfan ist er des öfteren mit Altherrenfussballern auf Tour. Das Ziel am 31. August ist ein bekanntes Tanzlokal im oberfränkischen Schwabthal. "Die Frauen dort haben es den Männern sehr leicht gemacht", weiß Richter Amend. Eine Stunde vor Mitternacht schreitet das spätere Mordopfer im kurzen Minirock durch die Tür. "Jeder hat nach ihr geschaut", erinnert sich der Angeklagte. "Sie war die Attraktivste." Sie fordert ihn zum Tanzen auf. Im Auto kommt es später zu Zärtlichkeiten. Der Pfälzer gibt ihr seine Handy-Nummer. Wenige Tage später ruft sie ihn an.

Am folgenden Wochenende besucht er sie erstmals zu Hause im 300 Kilometer entfernten Neustadt bei Coburg und in der Folge immer öfter. "Sie konnten sich so eine Beziehung doch gar nicht leisten", hält Amend dem Angeklagten vor. Dessen Antwort: "Ich habe die Liebe noch einmal neu entdeckt."

Doch der 55-Jährige ist nicht der einzige Mann im Leben der schönen Frau. Er wusste von seinen Konkurrenten namens Fritz, Klaus und Werner. "Schöne Frauen gehören einem manchmal nicht alleine", kommentiert der Vorsitzende Richter. Doch der Angeklagte versuchte, seine Geliebte für sich alleine zu gewinnen mit dem Versprechen, ihr einen eigen Laden zu finanzieren und einen teuren Sportwagen.

"Sie gaben sich als gut situierter Mann, der in Wirklichkeit ein Hartz-IV-Empfänger war und der von Wetteinsätzen lebte", hält Amend dem Angeklagten vor. Die wechselnden Liebschaften seiner Angebeteten nagten an dem Verliebten. Deshalb wollte er über Weihnachten noch einmal einen Neuanfang mit seiner Frau versuchen. "Doch schon am Heiligen Abend ging der Terror wieder los", erinnert er sich an eine Reihe von Kurzmitteilungen seiner Geliebten.

Am 29. Dezember fährt er wieder von Germersheim nach Neustadt. Doch sein Schwarm war wieder einmal mit einem ihrer anderen Männer unterwegs, auch an Silvester. Unbeirrt setzt er die Beziehung im neuen Jahr fort. "Ich hätte meinen letzten Pfennig für sie aufgebracht", bekennt er auch noch neun Monate nach der Tat. "Wir wollten uns gemeinsam etwas aufbauen."

Den Tathergang schildert Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein nur kurz. "Der Angeklagte legte der 49-Jährigen unbemerkt von hinten ein Stromkabel um den Hals und zog solange zu, bis sie nicht mehr atmete", heißt es in der Anklage zum Vorwurf des heimtückischen Mordes. Bei der Polizei hatte der 55-Jährige nach seiner Festnahme angeben, sie habe sich endgültig von ihm trennen und einem anderen Mann zuwenden wollen. "Sein Leben bestand nur noch aus Lug und Betrug", zitierte die Anklagevertreterin die Ehefrau des Angeklagten.

Manfred Präcklein, dpa

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