Angeklagter gesteht versuchte Entführung von Stadträtin

Traunstein/Waldkraiburg - Er hatte versucht eine SPD-Stadträrin zu entführen, um eine Million Euro Lösegeld zu erpressen. Jetzt muss sich ein 59-Jähriger vor dem Landgericht Traunstein verantworten.

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat der Prozess um die versuchte Entführung einer Kommunalpolitikerin und Apothekerin begonnen. Der 59-Jährige gestand am Montag am Landgericht Traunstein, dass er die SPD-Stadträtin aus Waldkraiburg nahe Mühldorf a. Inn im vergangenen März entführen wollte, um eine Million Euro Lösegeld von deren Ehemann zu erpressen.

Bei seiner Vernehmung vor der 2. Strafkammer sagte er, von einer Bekannten gehört zu haben, dass von dem kinderlosen Ehepaar Geld zu holen sei. Er habe dringend eine hohe Geldsumme benötigt, um die Kaution für seine im Gefängnis sitzende Ehefrau bezahlen zu können, nannte der selbst mehrfach vorbestrafte Mann als Grund für die Erpressung.

Der zur Tatzeit 58-Jährige hatte am 28. März 2011 bei dem Apotheker-Ehepaar angerufen und gesagt, er müsse als Kurier noch am Abend parteiinterne Dokumente überbringen. Als der Mann die Haustür öffnete, hielt ihm der mutmaßliche Entführer laut Anklage eine Schreckschusspistole vor die Brust und kommandierte ihn ins Esszimmer. Er habe die Stadträtin entführen, mit einem knappen Vorrat an Lebensmitteln in eine Kiste sperren und den Behälter vergraben wollen, hielt der Staatsanwalt dem Angeklagten vor.

Als der Täter einen Moment nicht aufpasste, konnte der Apotheker jedoch fliehen, woraufhin auch der Entführer das Weite suchte. Auf der Flucht verlor er mitgebrachte Kabelbinder und ein Handy mit vorbereiteten Kurznachrichten für die geplante Geldübergabe. Wenige Tage später wurde er gefasst.

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage vorgesehen. Neben Sachverständigen werden mehrere Zeugen gehört. Die Urteilsverkündung ist für den 2. Februar geplant.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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