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Die neue Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands: Angela Inselkammer aus Aying will sich besonders für eine gute Ausbildung stark machen.

Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband

Angela Inselkammer: Eine Frau an der Spitze der Gastronomen

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Aying - Premiere beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband: Zum ersten Mal in der Geschichte haben die Gastronomen eine Frau zur Präsidentin gewählt.

Führungswechsel bei den bayerischen Gastronomen: Gestern wählten die Landesdelegierten des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in Kulmbach die bisherige Vize-Präsidentin Angela Inselkammer zur obersten Repräsentantin ihrer Branche. Die 57-Jährige bekam 92 Prozent der Stimmen und tritt damit die Nachfolge von Ulrich N. Brandl an, der sich nach sechs Jahren an der Verbandsspitze wieder auf seinen Betrieb im Bayerischen Wald konzentrieren will.

Mit Angela Inselkammer steht nun eine erfahrene Gastronomin aus Oberbayern an erster Stelle. Sie führt in Aying im südlichen Landkreis München gemeinsam mit ihrer Tochter Ursula einen Familienbetrieb mit zwei Gaststätten und Hotel. Ihr Sohn Franz Inselkammer junior leitet die zugehörige Brauerei.

„Ich liebe diesen Beruf“, sagt Angela Inselkammer über ihre Tätigkeit, in die sie über die Jahre Schritt für Schritt hineingewachsen ist. Durch ihre Ehe mit Franz Inselkammer wurde sie Teil des Familienunternehmens, das nun schon in der siebten Generation den Brauereigasthof in Aying betreibt. Als ihre drei Kinder älter wurden, engagierte sie sich immer mehr im Betrieb. Mit Anfang 30 machte sie eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, zu der später auch die Ausbildereignung und der Schritt in die Verbandstätigkeit kamen. Das Bemühen um den Gastro-Nachwuchs ist bis heute ihr Steckenpferd – und gleichzeitig eine der Baustellen, die sie als Präsidentin vorfindet.

Denn gerade in Bayern klagen die Gastronomen über Nachwuchsprobleme. Auch in diesem Jahr konnte zum Ausbildungsstart etwa jede dritte Stelle nicht besetzt werden. Angela Inselkammer will deshalb das Image der Branche aufpolieren. „Wir müssen unsere Berufe wieder besser erklären“, sagt sie. „Die Eltern müssen stolz sein können, wenn ihre Kinder in unserer Branche arbeiten.“ In Deutschland würden Diensleistungsberufe nicht ausreichend wertgeschätzt. „Das ist in der Pflege nicht anders als in der Gastronomie.“ Dabei seien die Ausbildungen im Gastro-Gewerbe weltweit anerkannt. „Man kann früh Karriere machen.“ Und das wichtigste: „Bei uns verbringen die Menschen ihre Geburtstage, ihre Hochzeiten. Wir können sie glücklich machen.“

Um das Wirtshaussterben in Bayern einzudämmen, will die neugewählte Präsidentin mehrere Ansätze verfolgen. „Wir müssen den Tourismus in die Fläche bringen.“ Hier will sie auch auf die Politik einwirken. Zudem will sie die Selbstständigkeit wieder attraktiver machen. „Mit dem Pilotprojekt Akademie Junger Gastronomen haben wir hier schon einen Schritt getan.“ In Rosenheim und Bamberg werden Auszubildende des Gastgewerbes auf eine Existenzgründung vorbereitet. Der dritte Punkt ist der Kampf gegen Reglementierungen. Jungen Gastronomen müsse es leichter gemacht werden, einen Betrieb zu übernehmen. Zudem macht sie sich für ein flexibleres Arbeitszeitgesetz stark. „Wir müssen da sein, wenn unsere Gäste da sind, die gehen eben nicht immer pünktlich um 10 Uhr.“

Darüber, dass sie die erste Frau in diesem Amt ist, mache sie sich gar keine Gedanken. „Frauen haben in der Gastronomie schon immer eine wichtige Rolle gespielt“, sagt sie. Außerdem wolle sie die Verbandsarbeit auf viele Köpfe verteilen. „Das soll keine Ein-Mann-Angelegenheit werden.“ Aber das ist mit ihrer Wahl als erste Frau an der Spitze ja sowieso ausgeschlossen.

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