Angelika starb exakt 24 Jahre nach ihrer Geburt

Passau - Es ist eine echte Tragödie - und ein unheimlicher Zufall: Die junge Passauerin Angelika W. starb bei einem Autounfall - auf die Minute genau 24 Jahre nach ihrer Geburt.

Kurz bevor sie losfuhr, nur 13 Minuten vor ihrem Unfall schrieb Angelika W. (24) auf ihrem Facebook-Profil: „Bin nun mit meinem Auto unterwegs.“ Der nächste Eintrag auf der Internet-Seite stammt von einer Freundin: „Sie ist heute gegen 6.10 Uhr tödlich verunglückt.“ Angelika starb an ihrem Geburtstag – exakt zur gleichen Uhrzeit, zu der sie vor 24 Jahren geboren wurde.

Die Tragödie vom Donauufer schockiert noch immer ganz Passau. Als die aufstrebende Großhandelskauffrau vergangenen Freitag beerdigt wurde, reichten die 450 gedruckten Sterbebildchen für die Trauergemeinde in der Kirche nicht aus. „Es darf doch einfach nicht wahr sein, dass eine so junge, herzerfrischende Frau, die sich für jeden eingesetzt hat, die es im Beruf zu etwas gebracht hatte und als einzige Frau unter Männern arbeitete, dass diese Frau an ihrem Geburtstag zu Tode kommt“, sagte Pfarrer Josef Wimmer laut „tz“ in der voll besetzten Kirche.

Angelika hatte offenbar mit Freunden in ihren Geburtstag hineingefeiert, war auf dem Heimweg, als sie stadtauswärts auf der feuchten B 388 mit ihrem Fiat Punto ins Schleudern kam und in einen entgegenkommenden Geländewagen prallte. Sie verstarb trotz Reanimationsmaßnahmen noch an der Unfallstelle. Nur drei Stunden zuvor hatte sie ihrer Mama, die am selben Tag wie sie Geburtstag hat und den gleichen Vornamen trägt, noch einen Gruß auf den Anrufbeantworter gesprochen: „Mama, ich hab dich lieb.“

Pfarrer Wimmer schilderte, wie die trauernde Mutter später die Wohnung ihrer Tochter betrat: „Dort lagen nach ihrem Tod schon die Karten für den Geburtstag ihrer Mutter bereit. Für ihre Mama hatte sie eine Karte mit zwei offenen Händen, die ein rotes Herz halten, und den Spruch ,Du bist bei mir, auch wenn du ganz woanders bist‘ vorbereitet. Von ihrem Balkon ging der Blick hinaus auf die Inn-Staustufe. An der Stange über dem Vorhang waren zwei Engelsflügel befestigt, so als wolle sie gleich hinausfliegen.“

Als die Trauergemeinde Angelika später bei Schneetreiben und eisigen Temperaturen auf ihrem letzten Weg begleitete, ging ihre Mutter voran – die Urne mit der Asche ihrer Tochter fest an sich gedrückt. Pfarrer Wimmer tröstete sie: „Das, was in der Urne ist, ist nur ein Teil von Angelika. Das ist der Teil, den wir berühren durften. Erhalten bleibt nur, was wir nie gesehen, aber bei jeder Begegnung empfinden konnten.“ Auf die Vorderseite des Sterbebildchens ließ Angelikas Mama ein Foto drucken, das ihre Tochter einmal beim Urlaub am Strand bei Rom gemacht hatte: Es zeigt Meer, Palmen und den Sonnenuntergang. Pfarrer Wimmer: „Dort, wo das Licht ist, dort ist sie jetzt.“

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