Geschubst und mit Bier überschüttet

Wirtshaus-Gäste attackieren Polizisten

Burghausen - Es sollte ein Routineeinsatz in einem Wirtshaus werden. Dann eskalierte die Situation: Die Gäste verbündeten sich und schlugen die Polizisten zu Boden. Es fielen sogar Todesdrohungen.

Eine Beamtin und ihr Kollege von der Polizeiinspektion Burghausen werden nachts zu einem Routineeinsatz gerufen: In einer Gaststätte gehe es zu laut zu, es liegen Beschwerden wegen Ruhestörung vor. Während sich die Polizisten im Wirtshaus ein Bild der Lage verschaffen wollen, schlägt ein 23-Jähriger auf den geparkten Streifenwagen ein und tritt den Außenspiegel ab.

Die Beamten versuchen daraufhin, die persönlichen Daten des Unruhestifters in Erfahrung zu bringen - als das nicht gelingt, wollen sie den Gast vorläufig festnehmen. Der junge Mann widersetzt sich selbst zwar nicht, trotzdem eskaliert die Lage plötzlich: Mehr als zehn weitere Gäste, die mit dem 23-Jährigen an einem Tisch sitzen - verbünden sich und beginnen die Beamten als "Scheiß-Bullen" zu beschimpfen. Dann wird es gefährlich: Nase an Nase bauen sich die Männer - die laut Polizeiangaben weitestgehend einer gewaltbereiten Burghausener Fußballgruppierung zuzuordnen sind - vor den Beamten auf. Sie versuchen mit aller Kraft, ihren Bekannten von den Polizisten zu befreien. Die Polizisten werden durch die Gegend geschubst, zu Boden geworfen und mit Bier überschüttet. Sogar Todesdrohungen sprechen die Angreifer aus. Nur mit einem angedrohten Pfeffersprayeinsatz können die Beamten verhindern, dass ihnen die Gegenstände aus ihren Einsatzgürteln gezogen werden.

Schließlich trifft zwischenzeitlich angeforderte Unterstützung ein und hilft, den 23-Jährigen sowie einen besonders auffälligen Angreifer auf die Dienststelle zu bringen. Da geht's schließlich weiter: Ein Teil der Gruppe belagert die Inspektion. Platzverweise reichen dann aber aus, um die Gruppe zum Gehen zu bewegen.

Der Vorfall vom 1. Juni, den die Polizei jetzt erst öffentlich machte, wurde fotografiert und gefilmt - mit Hilfe dieser Beweismittel ermittelt nun die Kriminalpolizei Mühldorf in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein. Gegen mehrere Personen richten sich Tatvorwürde wegen Landfriedensbruch, versuchter Gefangenenbefreiung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und andere Delikte.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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